28 Werihſchäͤtzung eines Landguts.
üögeſchäbten oder erfahrungsmaͤ ßigen Heuertrage und der Guͤte und der in Werthe dieſes Heues, wel⸗ cher letztere in verſchiedenen Gegenden und Zeiten ſehr verſchieden iſt; und ſo nimmt man haͤufig fuͤnf Klaſſen an, wovon die erſte zu 60 Centner, die zweite zu 40 Centner, die dritte zu 28 Centner, die vierte zu 20 Centner, die fuͤnfte zu 12 Centner Heu per Jochart berechnet wird. Es iſt aber auch vor⸗ zuͤgliche Ruͤckſicht auf ihre Sicherheit und Unſicherheit zu nehmen, indem haͤufig die ſonſt vorzuͤglich⸗ ſten Flußwieſen der Ueberſchwemmung zur Unzeit ausgeſetzt ſind.—
„Nach der gewoͤhnlichen Veranſchlagungsweiſe wird die Wieſe ſe nach ihrer Flaͤche oder nach dem geſchatzten Heuertrage zu unerhoͤrt geringem Preiſe angeſchlagen, welches aber deshalb geſchieht, weil die Viehnutzung noch beſonders und ebenfalls ſehr geringe, angeſchlagen wird. Man waͤhnt ſo, wie in manchen Fällen, einen Fehler durch den andern auszugleichen.
Der Kaͤufer muß, nach der Kenntniß, die er von den Wieſe en und von ihrer ob⸗ gleich nicht ohne Koſten zu bewerkſtellenden Verbeſſerung hat, dieſe fuͤr ſich nach d em Rutzen, die ſie ihm in ſeiner Wirthſchaft bringen koͤnnen, und nach dem gewoͤhnlichen Heuß dreiſ ſe der Gegend, den er am beſten auf Getreide reduzirt, abſchaͤtzen. Daß er Ruͤckſicht nehme, ob die Wieſen privatio, oder dem Vor⸗ un d
Nachhuͤten und andern Servituten unterworfen ſey, auch ob er mit dem durchfließenden Waſſ ſer frei
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oder nücht frei ſhalten und walten koͤnne, verſteht ſich wohl von ſelbſt.
5. 79.
Die Weiden hielt m man rfür eben ſo unentbehrlich wie die Wieſen, bis man entweder die Moͤglich⸗ keit einer Stallfutterung, oder aber der wechſelnden Niederlegung des Ackerlandes zur Weide kennen lernte. Sie werden ſeitdem allgemein geringer, wie vormals geſchaͤtzt, jedoch darum nicht werthlos.
Schaͤtzung der A Weiden.
Bei Kaufanſchlaͤgen werden ſie mehrentheils unter der Rubrik der Viehnutzung mit veranſchlagt. In⸗
“— deſe en verdienen ſie bei dem Laufe eines Gutes beſondere Ruͤckſicht.
§. 80. 4 Die Weiden ainden Statt: — 1) auf raumen oder mit Baͤumen wenig beſetzten Weideangern. Sind ſie hier privativ und uneingeſchraͤnkt, ſo iſt der Grundwerth des Bodens zu u ſchätzen, da es naͤmlich dem Beſitzer frei ſteht, ihn auch auf andere Weiſe zu nutzen, in ſofern die phyſiſche Be⸗ ſchaffenheit dieſes erlaubt. Iſt letzteres nicht der Fall, indem z. B. haͤufige Ueberſchwemmungen eine andere Benutzung zu unſicher machen, ſo muß er ſie nach der Nahrung„ die ſie einer gewiſſen Kopfzahl von Vieh geben koͤnnen, beurtheilen.
„ Haufiger aber ſindet es ſich, daß ſolche Weideanger Kommung uͤter find, und jedem Eigenthuͤ⸗
mer eine beſtimmte oder doch beſchraͤnkte Weideberechtigung darauf zuſteht. Hier muß der Werth die⸗
ſer Berechtigung ebenfalls nach der Kopfzahl des Viehes und dem effektiven Nutzen, den es davon hat,
beurtheilt werden. Jedoch hat man nach den Ortsverhaͤltniſſen beſondere Ruͤckſicht darauf zu nehmen, ob eine baldige Theilung zu bewirken ſteht, da dann ſolche durch ihre Unkultur ſchlecht benutzte Grund⸗ ſuͤcke einen unglaublich hoͤheren Werth, es ſey als brivative kultivirte Weide oder zu anderer Benu⸗ tzung, erlangen koͤnne.
2) Auf der Brache und Stoppel des Ackerlandes. In ſofern dieſe Weide auf eignen Ackern
ſie aber vermoͤge einer Berechtigung auf fremden Aeckern ausgefuͤhrt wird, ſo muß ſie beſonders in An⸗ ſchlag gebracht werden. Denn ſo nachtheilig ſolche im Ganzen iſt, und ſo wenig Vortheil der berech⸗ tigte im Verhaͤltniß des Schadens, den er den Triftleidenden dadurch thut, hiervon hat, ſo geht doch
unter manchen Verhaͤltniſſen fuͤr jenen immer einige Benutzung daraus hervor, die er ohne Erſatz
ausgeuͤbt wird, gird ſie in der Veranſchlagung als Acker oder der Viehnutzung mit berechnet. Wenn
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