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Erster Band (1811) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
Entstehung
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Das Kapital. 19

So werden aus Mangel dieſes Kapitals faſt alle große Verbeſſerungen gehindert, um ſo mehr, je groͤ⸗ ßer die Guͤter ſind. Die unvermoͤgendern koͤnnen es nicht ſinden, weil der Kapitaliſt in der Verwendung auf Verbeſſerungen keine Sicherheit findet. Die reichern Gutsbeſitzer glauben es nicht zu koͤnnen, weil ſie ſich zu einem Aufwander gewiſſermaßen verpflichtet halten, der ihre Rente mindeſtens konſumirt. Sie denken nur auf den jaͤhrlichen baaren Geld⸗Ertrag, und wollen dieſen in keinem Jahre geſchmaͤlert haben, gleich als gebten ſie von Leibrenten, und ginge ſie das Kapital nichts an. Noch andre wollen es nicht, weil ſie vom Ein⸗ kommen und Kavpitale einen einſeitigen Begriff haben, und ſich darunter nur baares Geld, was zinsbar be⸗ legt werden kann, denken. Daher geldgeizige Wirthe in der Regel immer ſchlechte Wirthe ſind, und es am

deutlichſten beweiſen, daß Geiz die Wurzel alles Uebels ſey.

§. 55. 1

Wenn in einem Staate, der an ſich arm iſt, oder in welchem doch nur ein im Ganzen geringes Kapital der Landwirthſchaft gewidmet iſt, dieſe ſich heben ſoll, ſo muß man ſolche Einrichtungen tref⸗ fen, daß dieſes geringe Betriebskapital moͤglichſt in Thaͤtigkeit komme, und ſich nicht noch mehr ver⸗ mindere. Letzteres geſchieht aber, wenn es zum Ankauf von Guͤtern verwandt wird, und gerade da⸗ durch geht es fuͤr das Gewerbe verloren. Deshalb iſt es wohl beſſer, wenn der Grundeigenthuͤmer, Grundeigenthuͤmer bleibt und nur ſeine Rente zieht, der Wirthſchaftsbetreibende aber nur Paͤchter iſt. Weil aber jede Zeitpachtung ſo mißlich fuͤr beide Theile und durch die nothwendige Ausſaugung ſo ſchaͤd⸗ lich fuͤrs Ganze iſt, ſo kann nichts ſo gut wie Bererbpachtungen jenes Problem der Staatswirth⸗ ſchaft loͤſen. Und damit jede Portion jenes Kapitals, wie ſie ſich in einzelnen Haͤnden befindet, zur Thaͤtigkeit komme, muß die Groͤße der Erbpachtungen mannigfaltig verſchieden ſeyn, ſo daß jeder Et⸗ was finde, was ſeinen Kroͤften angemeſſen iſt, und keiner verleitet werde, Etwas zu uͤbernehmen, was dieſe uͤberſteigt.

. 574 Es erhellt hieraus von ſelbſt, daß ſich ohne Kapital oder nachhaltigen Kredit das landwirthſchaft⸗ liche Gewerbe nicht gluͤcklich betreiben laſſe, und daß jeder Verſuch, dieſes zu thun, jaͤmmerlich ab⸗ laufe, und das Gewerbe auf der niedrigſten Stufe erhalte..

Dem ſelbſt Arbeitenden iſt ſein Arbeitsvermoͤgen gewiſſermaßen ſein Betriebskapital. Indeſſen muß auch er ſo viel Kapital haben, als er braucht, um ſich zu erhalten, bis er das Produkt ſeiner Arbeit verkau⸗ fen kann. Er darf aber, ohne ſich ein anderes Kapital geſammelt zu haben, nicht weiter gehen, als jenes fuͤr ſich reicht. Deshalb finden wir, daß ganz kleine Bauern ſich forthelfen, groͤßere aber, wenn ſie voͤllig arm ſind, nie auffkommen. Wahr bleibt es indeſſen, daß ohne allen geſammelten Vorrath. das Arbeitsver⸗ moͤgen im Ganzen geringer benutzt wird..

Derjenige, welcher kein Geldkapital oder nur ein unbedeutendes neben einem betraͤchtlichen Kenntniß⸗ kapitale beſitzt, wird aus dieſem vorerſt den groͤßten und ſicherſten Vortheil ziehen, wenn er das Gewerbe fuͤr andere betreibt. Dies hat allerdings groͤßere Schwierigkeiten, als fuͤr ſich ſelbſt zu wirthſchaften. Dieſe werden ſich aber immer mehr vermindern, ſo wie ſich die auf feſte Gruͤnde geſtuͤtzte Wiſſenſchaft mehr verbrei⸗ tet, indem dadurch eine richtigere Schätzung der wahren Talente bewirkt, und durch feſtere Beſtimmung der bisherigen ſchwankenden Meinungen den Mitverſaͤndniſſen vorgebeugt wird, die ſich jetzt ſo haͤufig zwiſchen dem Eigenthuͤmer und dem Vorſteher der Wirthſchaft ereignen⸗

Das Landguth und deſſen Beſitznehmung.

§. 58.

Wer mit den erforderlichen Neigungen, Talenten und Kenntniſſen und mit dem noͤthigen Kapi⸗ tale zum Betriebe des landwirthſchaftlichen Gewerbes ausgeſtattet iſt, der muß ſich nun drittens in den Beſitz eines Landguts ſetzen durch Kauf, Pacht oder Erbpacht, wenn er nicht etwa auf irgend eine andere Weiſe bereits Eigenthuͤmer eines ſolchen iſt.

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Wie dem Ge⸗ werbe das Be⸗ triebskapital

am veſten er⸗ halten werde?