Verhaͤltniſſe d. Kapitale gegen einander.
18 Das Kapital.
1§. 54.
In welchem Verhaͤltniſſe dieſe Kapitale gegen einander ſtehen muͤſſen, laͤßt ſich nicht im Allge⸗ meinen beſtimmen, ſondern nur in jedem einzelnen Falle nach genauer Erwaͤgung der Lokalitaͤten. Nur dieſes: wer ein beſchraͤnktes Kapital beſitzt, wird als Landwirth um ſo beſſer fahren, jemehr er davon als Betriebskapital zuruͤckhaͤlt, und deshalb die Anlage des Grund⸗, und ſelbſt des ſtehenden Kapi⸗ tals nicht zu hoch macht. Denn der reine Ertrag des Gewerbes richtet ſich weniger nach dem Umfan⸗ ge der Wirthſchaft, als nach der Summe der auf ihren Betrieb verwandten Koſten.
Es verſteht ſich jedoch von ſelbſt, daß dieſe Anlage ihre Grenzen habe, die aber viel weiter hinauslie⸗ gen, als man waͤhnt.
Ich ſage als Landwirth, denn der Guͤterhaͤndler hat ganz andere Regeln in ſeinem Gewerbe zu befolgen, welches zu gewiſſen Zeiten und unter gewiſſen Konjunkturen allerdings noch vortheilhafter, als der Betrieb der Landwirthſchaft war..
In England, wo merkantiliſcher Kalkul und Scharfſinn ſich am meiſten uͤber alle Gewerbe verbreitet hat, nimmt man an, daß das Betriebskapital, worunter man aber daſelbſt das ſtehende Kapital immer mit begreift, ſieben bis neunmal ſo ſtark ſeyn muͤſſe, als die Zinſen des Grundkapitals oder die Landrente. Wer ein Gut von jaͤhrlich 1000 Fl. dachtet, muß 7 bis 9000 Fl. disponibles Vermögen haben. Man berechnet dann den Gewinn ſeines Gewerbes nicht nach der Pacht, ſondern nach dieſem Betriebskapitale, und nimmt an, daß man 12 Prozent davon haben muͤſſe, von 9000 Fl. alſo 1080 Fl. uͤber die Pacht. Iſt er Eigenthuͤ⸗
mer, ſo zieht er vom reinen Ertrage erſt jene Pacht oder Landrente ab, die er, ohne Wirthſchaft zu betrei⸗ ben, auch haben koͤnnte, und das Uebrige rechnet er als Gewinn des Gewerbes. Er wird aber nie ſo fehler⸗ haft ſchließen: Weil mir die Wirthſchaft auf dieſem Gute 2080 Fl. einträͤgt, ſo iſt der Kapitalwerth des
Guts gleich der Summe, die ich durch Multiplikation mit 25 aus jenem Wirthſchaftsertrage erhalte. Und
hieraus erhellt, wie fehlerhaft es ſey, aus dem Ertrage eines Guts direkte auf deſſen Werth zu ſchließen,
wie dennoch bei den gewoͤhnlichen Anſchlaͤgen geſchieht. Man ſucht den Fehler zwar durch einen andern Feh⸗
ler wieder auszugleichen, indem man den Ertrag weit geringer aunimmt, als er bei einer gehoͤrigen Bewirth⸗
ſchaftung ſeyn koͤnnte. Nichts deſtoweniger aber bleibt dieſe Veranſchlagung unbeſtimmt, verleitend und von
den nachtheiligſten Folgen fuͤr das Gewerbe. Selbſt das ſtehende Kapital— obwohl deſſen verſtaͤrkte Anlage zum Ertrage der Wirthſchaft vieles
beitraͤgt— kann doch bei beſchraͤnktem Vermoͤgen zu groß gemacht werden, wenn dadurch das umlaufende Kapital zu ſehr geſchwaͤcht wird. Durch eine zu große Verwendung auf den Ankauf des Viehes hat ſich man⸗ cher außer Stand geſetzt, gehdriges Futter fuͤr ſelbiges bauen zu koͤnnen.
.§. 55.
Das Betriebskapital giebt oft einen Ertrag, den man haͤufig uͤberſieht, indem ſolcher nicht baar in die Kaſſe zuruͤckkommt, ſondern unmittelbar zum Grundkapitale geſchlagen, oder zur Verbeſſerung des Gutswerths angelegt wird. Wird Geld oder Arbeit direkte auf Meliorationen verwandt, ſo faͤllt es zwar bei genauerer Rechnungsfuͤhrung wohl in die Augen; weniger aber, wenn man durch Aufopfe⸗ rung eines Theils des Ertrages die Kraft des Bodens vermehrt, indem man ſtatt einer verkaͤuflichen
Frucht, die den Boden erſchoͤpft, eine andere baut, die ſeine Kraft nicht nur erhaͤlt, ſondern auch durch Umwandlung in Duͤnger betraͤchtlich vermehrt. Weil aber hierdurch das Betriebskapital zum Vorthei⸗ le des Grundkapitals vorerſt vermindert wird, ſo muß jenes um ſo hoͤher ſeyn oder beſtaͤndigen Zufluß erhalten.
Hierin liegt eigentlich der Grund, warum man ſagt, daß bei dem Uebergange zu einem beſſern Acker⸗
ſyſtem, insbeſondere auf erſchoͤpftem Boden, immer Verluſt ſey. Es iſt aber kein Verluſt, ſondern eine An⸗ lage in das Grundkapital, die, mit gehoͤriger Ueberlegung gemacht, allemal einen großen Gewinn giebt. Jedoch kann ſie das Betriebskapital, wenn es zu ſchwach angelegt iſt, und keine Zuſchuͤſſe erhaͤlt, leicht er⸗ ſchoͤpfen. Solche Verbeſſerungen vermehren in der Regel den Kredit nicht gleich, und deshalb iſt mancher dadurch banquerott geworden, deſſen Kredit ſchon vorher zu ſehr geſpannt war, wenn er im Uebrigen gleich richtig Herhide Der Fehler lag nur darin, daß er etwas Groͤßeres unternahm, als wozu ſein Betriebskapi⸗ tal reichte, 4
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