Auswahl eines Landguts.
20 Auswahl eines Landguts. Wir ſehen keinesweges, wie manche andere, den Beſitz eines Landguts als das erſte und nothwendſg⸗ ſte Erforderniß zur Er greifung des landwirthſchaftlichen Gewerbes an; indem man, vermoͤge der beiden er⸗ ſtern Bediugungen, immer im Stande ſeyn wird, ein Landgut zu erwerben, und zwar in den meiſten Faͤllen eein zweckmaͤßigeres und den Fähigkeiten des Subjekts ſowohl und deſſen Vermogen angemeßneres, als ei in ſchon beſeſſenes zu ſeyn pflegt. Auch halten wir keinesweges, mit andern, den Beſttz eines ererbten Land⸗ uts fuͤr einen vollguͤltigen Beruf oder Motiv, ſich der Landwirthſchaft zu widmen, oder moͤchten es den Er⸗ den eines Landguts zur Pflicht machen, dieſes zu thun. Wir glauben vielmehr, daß derjenige, welcher kei⸗ nen innern Beruf zur Landwirthſchaft fuͤhlt, fuͤr ſich ſelbſt und fuͤr das allgemeine Beſte raͤthlicher handele, wenn er ſich aus ſeinem Landgute auf irgend eine Weiſe eine gehoͤrige Rente zu ſichern ſucht, folches aber ei⸗ nem andern zu bewirthſchaften uͤberlaͤßt. Jene Meinung uͤber die Pflicht des Gutsbeſitzers, ſein Gut ſelbſt zu bewirthſchaften, konnte ſich nur auf einen gewiſſen ſtrengern Begriff vom Lehnſyſteme gruͤnden, der ge⸗ genwaͤrtig faſt in keinem Staate Ehrobas mehr Statt findet, und vom merkautiliſchen Geiſte der Zeit v vey⸗ draͤngt iſt.
Pereinigt Jemand mit den üibrigen Qualitäten den Beſitz eines ererbten Landguts, und iſt dieſes ſei⸗ nen Verhaͤltniſſen angemeſſen und nicht zu heterogen mit der Idee, die er ſich vom Betriebe der Landwirth⸗
ſchaft gemacht hat; ſo kann dieſes allerdings ein ſtarkes mitwirkendes Motiv ſeyn, die Sache fehr erleich⸗
ern, und ihr durch die Liebe zum vaͤterlichen Grund und Boden und durch manche Nebenumſtaͤnde hoͤheren NReiz geben. Da wir aber hier den Landwirth rein in ſeinem Gewerbe und frei von allen Ne bendegriffen be⸗ trachten, ſo kännen wir auf dieſe Zufaͤlligkeit nicht Ruͤckſicht nehmen. §. 509.
Wer ein pendgur ſucht, muß, um es auf das vortheilhafteſte zu erhalten, weit umherſchanen, und ſich nicht auf einen Diſtrikt, Provinz oder Staat beſchraͤnken, weil er um deſto beſ eer waͤhl en kann, je mannigfaltiger die Gegenſtaͤnde ſeiner Wahl ſich ihm darſtellen.
Wer Vaterlandsliebe beſitzt, die ſich auf Anerkennung wahrer Vorzuͤge der Verfaſſung gruͤndet, wird hierin mit Recht eine Beſtimmung finden, ſich fuͤr ein Landgut in dieſem Staate eher zu entſcheiden. Aber leeiine bloße Vorliebe des Mutterlandes kann nicht in Betracht kommen, wenn von der Au gube die Rede iß, die der Aundnieih als jolcher; zu loͤſen hat. G 8
3§. 60
Dasjenige Landgut wied immer zu waͤhlen ſeyn, welches, nach gehoͤriger Erwaͤgung aller Um⸗ ände, den moͤglich hoͤchſten reinen Ertrag verſpricht, verſteht ſich nach Verhaͤltniß der Kraͤfte des Be⸗
ſitznehmers. Ein ganz vollkommnes, fehlerfreies, und in allen Stuͤcken den Wuͤnſchen entſprechendes
Landgut wird man ſelten oder nie finden, und es koͤmmt nur darauf an, in wieſern die Summe ſeiner guten Eigenſchaften die ſeiner ſchlechten uͤberſteigt, folglich auf eine genaue Wuͤrdigung un d Gegenein⸗
anderſtellung beider. §. 6.
Um dieſe Gegeneinanderſelung klar und deutlich zu machen, ſcheint mir folgende Met hode
8 zweckmaͤßig::
Wenn man ſich im Allgemeinen fuͤr ein Gut beſtimmt hat, oder wenigſtens mit der Wahl dar⸗
auf beruht, ſo nehme man ſeinen zuvor nach allgemeinen Grundſaͤtzen ausgemittelten Werth zu 100 oder zu 1000 an, fange dann an, alle Nebenumſtaͤnde zu unterſuchen und zu wuͤrdigen, taxire die Vor⸗ zuͤge, die man außer dem eigentlichen Grund und Boden daran bemerkt, jeden zu gewiſſen Prozenten, nach moͤglichſt richtiger Schaͤtzung; man ſetze dieſe unter einander, und ſummire alsdann, um wie viel dieſes Gut uͤber ſeinen eigentlichen Grundwerth hoͤher zu ſchaͤtzen ſey. Dagegen bemerke man aber auf der andern Seite alle Nachtheile, die es hat, und alle Schwierigkeiten, die dem Betriebe hoͤherer Wirthſchaften entgegen ſtehen, taxire dieſe ebenfalls nach Prozenten, und ſummire ſie, ſo wird ſich durch Abziehung der einen Summe von der andern ergeben, um wieviel der nach ſeinem Fl aͤcheninhalt nnen aftene des Bodens angenommene Werth durch ſolche Mibenunnſtande erhöhet oder ver⸗ min ert werde.
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