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Erster Band (1811) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
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Faͤhigkeiten des Subjekttz. 13

§. 44.

Bisher konnte nichts ſo ſehr zur Ausbildung eines rationellen Landwirths beitragen, als Rei⸗ Reiſen.

ſen durch die in landwirthſchaftlicher Hinſicht ausgezeichneten Laͤnder. Die Beobachtung der mannig⸗ faltig verſchiedenen Methoden und Einrichtungen verſchiedener Voͤlker zerſtoͤren das eingeſogene Vor⸗ urtheil, als koͤnne es nicht anders und beſſer als bei uns ſeyn, und die Einſeitigkeit. Die Gebraͤuche ganzer Provinzen und Nationen, in den allgemeinen Wirthſchaftsformen ſowohl, als in dem Betriebe jedes Geſchaͤfts und der Behandlung jedes Produkts, ſind fuͤr den denkenden Mann Verſuche im Gro⸗ ßen, wenn er ſie, mittelſt vielſeitiger Vergleichung der Reſultate, gehoͤrig neben einander zu ſtellen weiß. Es gehoͤrt aber eine große Ausdauer und Ueberwindung mancher Schwierigkeiten dazu, um ſolche Reiſen nutzbar zu machen, und mit ſeiner Beobachtung völlig auf den Grund zu dringen. Wer ein Land mit Extrapoſt durchgereiſt und nur in Wirthshaͤuſern eingekehrt iſt, wird unbedeutend wenig Ausbeute dieſer Art daher zuruͤckbringen. Ferner erfordert es einen durch viele Vorkenntniſſe ausgebil⸗ deten Verſtand und Scharfſinn und eine vorurtheilsfreie Unpartheilichkeit, um aus ſolchen Bemerkun⸗ gen wahre und beſtimmte Reſultate zu ziehen. Sonſt bringt man ſtatt abgelegter Kleider und Vorur⸗ theile nur neue in das Land, die unſerm Klima und unſerer geſellſchaftlichen Konvenienz weniger ange⸗ meſſen ſind, wie die alten. Haͤtte jedoch das Handwerk des Ackerbaues ſchon, wie die zuͤnftigen Handwerke, ſeinen Geſellen das Reiſen zur Pflicht gemacht, ſo ſtaͤnde es ohne Zweifel beſſer um ſelbiges..

In der Folge Etwas uͤber die Regel des Reiſens in landwirthſchaftlicher Hinſicht, die zweckmaͤßigſten Reiſerouten, und uͤber die landwirthſchaftliche Geographie.

5, 45.

Endlich ſind eigene landwirthſchaftliche Unterrichts⸗Inſtitute in den neuern Zeiten haͤufig vorge⸗ ſchlagen, projektirt und verſucht, aber noch nicht nachhaltend ausgefuͤhrt worden. Man hat zum Theil zu vieles von ihnen verlangt. Das Mechaniſche muß in ſolchen zwar klar und von Grund aus ge⸗ zeigt und gelehrt werden; die Uebung darin laͤßt ſich aber ſchwerlich genugſam damit verbinden. Das, was wir Erziehung zur Landwirthſchaft genannt haben, kann in niederen Schulen, ddie jedoch von keinem großen Umfange zu ſeyn brauchten, und denen jeder brave und fleißige Wirthſchaftsver⸗ walter, faſt ohne alle wiſſenſchaftliche Bildung, vorſtehen koͤnnte, beſſer erlangt werden, indem der laͤngere Aufenthalt in dieſen auch minder koſtſpielig iſt.

An eine wiſſenſchaftliche Unterrichtsanſtalt ſind aber folgende Forderungen zu machen.

Es muß daſelbſt alles Wiſſenſchaftliche, was auf das landwirthſchaftliche Leben direkten und in⸗ direkten Bezug hat, mit einander vereinigt und eingreifend, und mit klar anzugebender Hinſicht auf den Hauptzweck gelehrt werden.

Hierzu iſt erforderlich, daß jeder Lehrer nicht nur ſeine Wiſſenſchaft in voller Klarheit und Gruͤnd⸗ lichkeit beſitze, indem es immer weit ſchwerer iſt, eine Wiſſenſchaft in beſondern Bezug auf eine andere, als im Allgemeinen vorzutragen, ſondern er muß auch von dem Hauptzwecke ſelbſt, um deſſenwillen ſie vorgetragen wird, vollſtaͤndige Kenntniß, und einen hohen Begriff von deſſen Wichtigkeit haben.

Reben der Erkenntniß muß Liebe und Enthuſiasmus fuͤr die Sache erregt werden. Das Ideal

der hoͤchſt moͤglichen Vollkommenheit muß ſo hoch, ſo einleuchtend und ſo reizend aufgeſtellt werden,

daß die Sehnſucht ſolches um ſein Selbſtwillen zu erreichen im Gemuͤthe tief wurzele. Daß die auf ein ſolches Inſtitut Kommenden deſſen faͤhig ſind, laͤßt ſich ſchon aus ihrem Kommen annehmen.

Ein Ideal iſt kein Hirngeſpinnſt, obwohl es unerreichbar ſeyn kann. Es iſt ein Produet des Verſtan⸗

des und der Vernunſt, in welchem gar nichts willkuͤrlich ſeyn darf; naͤmlich die Vorſtellung der hoͤchſten Voll⸗

kommenheit, die in irgend einer Sache denkbar iſt, ohne alle Ruͤckſicht auf die Einſchraͤnkungen, weiche

Beſondere In⸗ ſtitute z. land⸗ wirthſchaftli⸗

chen Unterricht.