Begruͤndung des Gewerbes.
Das Subjekt.
§. 35. Eigenſchaften Jeder, welcher die Landwirthſchaft mit hochſtmoͤglichem Erfolg— denn von etwas anderem
un eich, kann hier nicht die Rede ſeyn— ausuͤben will, muß Energie und Thaͤtigkeit, mit Ueerlegung, Aus⸗
dauer und mit allen erforderlichen Kenntniſſen verknuͤpfen.
Zwar hat man es lange als Beruf zur Landwirthſchaft angeſehen, wenn ein junger Menſch zu ande⸗
4 ren Gewerben zu wenig Faͤhigkeit beſaß; und es giebt auch Beiſpiele, daß einige dieſes Schlages, ungeach⸗
tet ſie auf einer ſehr niedern Stufe ſtehen blieben, dennoch bei der Landwirthſchaft ihr Gluͤck gemacht haben.
Dies war aber bloß ein gluͤckliches Zuſammentreffen aͤußerer zufaͤlliger Umſtaͤnde, welches in einem gewiſſen Zeitraume nicht ſelten war, jetzt aber kaum mehr eintreten kann.
Der Betrieb der Landwirthſchaft iſt aus ſo mannigfaltigen einzelnen Berrichtungen zuſammengeſetzt,
deren jede an ſich ſehr leicht ſcheint, die aber ſchwer im gerechten Verhaͤltniſſe zu erhalten ſind, indem ſie
ſich oft widerſtreben. Dieſe der Zeit und den Kraͤften nach ſo zu ordnen, daß keine verſaͤumt, ſondern jede
gehoͤrig und in dem Maaße vollfuͤhrt werde, daß andere gleichnoͤthige nicht darunter leiden, erfordert große Aufmerkſamkeit und Thaͤtigkeit ohne Unruhe, ſchnellen Entſchluß ohne Uebereilung, augemeinen Ueberblick des Ganzen, mit ſcharfer Aufmerkſamkeit auf jeden Punkt, richtige Wuͤrdiguns des mehr oder minder Noͤ⸗ thigen und Nuͤtzlichen in jedem Momente, Ausdauer bei der Vollendung des Angefangenen, ohne uͤber die⸗ ſes das Dringendere zu verſaͤumen, richtige Berechnung der irate und der Zeit, zur moͤglich vortheilhafte⸗ ſten nachhaltigen Benutzung derſelben.
§. 35. Da vielleicht kein Gewerbe ſo vielen Zufaͤuigkeiten und Ungluͤcksfaͤllen ausgeſetzt iſt, t wie die Land⸗ wirthſchaft, ſo iſt, um ein gluͤckliches Leben dabei zu fuͤhren, bei der erforderlichen Thaͤtigkeit doch ei⸗ ne gewiſſe Ruhe des Gemuͤths eine nothwendige Bedingung.
Der Landwirth muß jedes unverſchuldete Unglück oder jede verfehlte Erwartung, ſobald er deren Fol⸗
gen durch gehoͤrige Vorkehrungen moͤglichſt gemindert hat, verſchmerzen und vergeſſen koͤnnen, entweder ver⸗
moͤge eines gewiſſen natuͤrlichen Phlegma, oder indem er ſich hoͤhere Troſtgruͤnde, die Philoſophie oder Re⸗ ligion ihm geben, vorſtellt. Nur gegen das, was durch ihn oder durch andere verſchuldet iſt, darf er nicht
leichtſinnig ſeyn, und eine natuͤrliche lebhafte Empfindlichkeit, durch Vernunft gezuͤgelt, beugt ſolchen Feh⸗
lern in der S vor.
5. 37.
Das Landleben hat bei allen Annehml ichkeiten ſo viel Einfoͤrmiges, und bei aller Geſchaͤftigkeit doch ſolche Stunden der Langeweile, daß dem lebhaften Kopfe ſolches kaum genuͤgen kann, wenn er ſich nicht mit einem andern Studium beſchaͤftigt. Unter allen aber iſt keins angemeſſener fuͤr ihn, wie das der Natur. Er kann der gluͤcklichen Neigung, in der Naturwelt zu leben und ihre erhabenen Ge⸗ ſetze zu erforſchen, ſich mehr wie jeder andere hingeben; indem er ſie, ohne ſeinen Geſchaͤften Abbruch zu thun, immer befriedigen und faſt in jedem Augenblicke damit vereinigen kann.
Wenn uns die moraliſche Welt und die geſellſchaftlichen Verhaͤltniſſe faſt nur den widrigen Anblick des Widerſtrebens gegen die ewig beſeeligenden Geſetze der Vernunft darbieten, wodurch ſich Schmerz und Elend uͤber die Erde verbreitet, ſo zeigt uns die Natur nur um ſo mehr Ordnung und Einheit, je tiefer wir eindringen. Das Beſeeligende dieſes Anblicks genuͤgt nicht nur dem Gemuͤthe, ſondern erweckt auch den
Slauben, die ewige Weisheit, welche ihr Werk in der materiellen Welt unſerem Auge offen darlegt, und die Materie in immer neuen Gebilden erſcheinen laͤßt, werde auch in der geiſtigen Welt Alles nach einem Pla⸗ ne, zu einem harmoniſchen Ganzen geordnet haben, deſſen Vollendung der Ewigkeit vorbehalten iſt.
Dies Gefuͤhl wird, wenn gleich nur dunkel, beim Landmanne lebhafter wie beim Staͤdter erregt, wes⸗ halb man auch beobachtet hat, daß bei ackerbauenden Nationen und Staͤnden immer mehrere und reinere Re⸗ ligioſitaͤt herrſchte, wie bei denen, die Krieg und Handel zu ihren Geſchaͤften machten.
Ohne Liebe und Kenntuiß der Natur wird das landwirthſchaftliche Leben dem, der es bloß zur Errei⸗ chung des Hauptzweckes erwaͤhlt, leicht verleitet werden, und es gehoͤrt dann ſehr große Reſignation dazu⸗
in 3 Je
diſ a
Man hanſcher licen Unte vitſchoft entſchiedene Landwüthe gewonnen! teihre Aug fühle hegnn
d.
Bej Vorzug ha Caziehung; in einer ſeh keigraͤften Er ſoll hier ten, das zuffaſſen, einen Maa dePehand
dawec zu ſäcnr merkſant Laſchenb der hier e ſch bei Ka kampfen denachmal des angefü


