Teil eines Werkes 
Erster Band (1811) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Begruͤndung der Lehre.

g letzte, G 6. 20 raft au⸗. Die Kunſt, Verſuche anzuſtellen, hat man faſt zuerſt im vorigen Jahrhunderte richtig kennen Zerſuche. gelernt und ausgebildet. Auf dieſelbe gruͤndet ſich jedoch vorzuͤglich die Gewalt des Menſchen uͤber die materielle Welt, und er kann dieſe um ſo weiter ausdehnen, je mehr er jene Kunſt vervollkomm⸗

oftere net und in Ausuͤbung bringt.

neiſten gehen⸗§. 21.. allge⸗ Es verdient aber keinesweges den Namen eines Verſuchs, wenn man mehrere Stoffe und Po⸗ tenzen, unbeſtimmt und ungemeſſen, und ohne den Einfluß fremder abzuſchneiden, auf einander wir⸗ ken laͤßt und den Erfolg bemerkt. Solcher ſogenannten Proben haben wir freilich viele, und es iſt auch allerdings manches Wichtige und Ruͤtzliche dadurch zufaͤllig entdeckt worden, in den fruͤheren Pe⸗ zweier rioden der Naturforſchung. Aber nie erfuhr man dadurch das, was man gerade wiſſen wollte, und mehr worauf es ankam, und Millionen wurden fruchtlos angeſtellt, bevor man eine Entdeckung machte. uns, Dann... en. Ganz vollkommen und reine Verſuche ſind faſt nur in einem iſolirten Raume, unter der Klocke des Naturforſchers und im Laboratorium des Chemikers moͤglich. Sie liegen außer dem Wirkungs⸗ . kreiſe des eigentlichen Landwirths, ihre Erforſchung, Kenntniß und genauere Anſtellung, iſt jedoch, , ſind wie wir ſehen werden, von hoͤchſter Wichtigkeit fuͤr die Lehre vom Ackerbau. rſachn. 4 8 oft die Verſuche indeſſen, wo Zahl, Maaß und Gewicht möglichſt genau angewandt, und Alles, was

wir dieſen nicht unterwerfen koͤnnen, doch mit moͤglichſter Genauigkeit beachtet worden, koͤnnen wir allerdings auch vom Landwirthe erwarten, und ſie bleiben, ungeachtet ſie nicht in vollkommenſter Rein⸗ heit angeſtellt werden konnten, dennoch von Wichtigkeit.

§. 24.

Beſonders aber giebt es eine Art von Verſuchen, welche den voͤllig reinen Verſuchen faſt gleich kommen, und in der Landwirthſchaft wenigſtens eben ſo genau, wie in vielen andern Erfahrungswiſ⸗ enſchaften angeſtellet werden koͤnnen. Dies ſind die komparativen Verſuche. Da nemlich unter ſch aeſh freiem Himmel die einwirkenden Dinge ſelten nach unſerer Willkuͤhr herbeigeſchafft und entfernt, eben ſo wenig gemeſſen und gewogen werden koͤnnen, ſo muͤſſen wir, um die Wirkung eines in unſerer Ge⸗ walt ſtehenden Dinges zu erforſchen, nur dieſes einzige in verſchiedenen zugleich und neben einander 3, um je angeſtellten Verſuchen zuſetzen und weglaſſen, quantitativiſch und qualitiviſch veraͤndern, alles uͤbrige Ihr Wij⸗ aber moͤglichſt gleich erhalten. Der Erfolg wird uns dann uͤber den Antheil, den der einzige veran⸗ derte Umſtand darauf hatte, belehren und uns anzeigen, ob und in wiefern dieſer zur Erreichung eines gewiſſen Zweckes nuͤtzlich oder unnuͤtz ſey. Dieſe Verſuche muͤſſen jedoch, um vollſtaͤndig zu ſeyn, un⸗ ter mannigfaltigen, nicht in unſerer Gewalt ſtehenden Umſtaͤnden, in verſchiedenen Klimaten, bei ver⸗

ſchiedenem Witterungslaufe, auf verſchiedenen Bodenarten, wiederholt werden.

ung;

und de⸗ 3§. 25.

aammen⸗ Verſuche dieſer Art ſind freilich nicht leicht, aber dennoch jedem denkenden Landwirthe moͤglich.

oder Un⸗ und jeder der einen ſolchen, aber vollſtaͤndig, ausfuͤhrt, ſey es auch nur unter beſonderen Umſtaͤn⸗

den, und treu erzaͤhlt, macht ſich um die Wiſſenſchaft des Gewerbes, und folglich auch um die Pra⸗

it, durch⸗ ris bei Welt und Nachwelt verdient. Sie in Menge anzuſtellen, uͤberſteigt die Kraͤfte und die Forde⸗

rungen, die man an den Einzelnen machen kann, und es waͤre nur Sache des Staats, dieſem Geſchaͤf⸗