Teil eines Werkes 
Erster Band (1811) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Begruͤndung der Lehre.

che wir wie von der Natur, von der Gottheit ausgehend, betrachten. Kraft iſt aber immer nur das letzte,

wohin unſer Verſtand dringen kann, und Manches, was man fuͤr eine nicht weiter zu tergruͤndende K Kraft an⸗ 3

ſah, iſt nachmals als Wirkung kiafin liegender Urſachen anerkannt worden. 4 aimu

4 kan Zu dem Schluſſe, daß eine Erſcheinung die Wiekung einer anderen ſey, fuͤhrt uns das oͤftere Beieinanderſeyn oder Aufeinanderfolgen dieſer Erſcheinungen. Hierin liegt aber der Grund der meiſten

Trugſchluͤſſe, indem wir zu leicht geneigt ſind, das Folgende immer als die Wirkung des Vorhergehen⸗ den anzuſehen.(Post hoc, ergo propter hoc.) Auch fehlt es leider! an einem beſtimmten allge⸗ ter, meinen Merkmale, eine bloße Folge in der Zeit von einer Folge aus der Kraft zu unterſcheiden. Imlitu 1 ai

17, e der

Das haͤufi ig e und wied erholte Beieinanderſeyn berechtigt uns erſt, die Verbindung zweier uft

Erſcheinungen, als Urſach und Wirkung, nur zu vermuthen. Je oͤfterer es ſich wiederholt, deſto mehr ſteigt die Wahrſcheinlichkeit dieſer Verbindung, und wird endlich zur moraliſchen Gewißheit fuͤr uns,

welche jedoch aufhoͤrt es zu ſeyn, wenn nur ein einziges Mal das eine ohne das andere erſcheint. daen u. duͤrfen wir wenigſtens das eine denicht kürd die alleinige Urſach oder Wirkung des anderen halten. Ni Neuu iſt de

de ain Prem nen. ſ umi

Die meiſten Erſcheinungen aber, ſo wie wir ſie in ihrem ganzen Templekus wahrnehmen, ſind nicht die Wirkung einer, ſondern oft mannigfaltig zuſammengeſetzter und ſich vereinigender Urſachen. Wenn deren neun beiſammen ſind, und die zehnte fehlt, ſo erfolgt auch die Wirkung nicht, oft die g

ganz entgegengeſetzte. M mm Um eine vollſtaͤndige Kornaͤhre hervorzubringen, wird erfordert: 1 A lardinas 1) ein geſundes Samenkorn mit unbeſchaͤdigtem Keime; 3 ett ang 2) Erde, die gelockert und wohl vorbereitet iſt; 3) Feuchtigkeit im gehoͤrigen Maaße, weder zu viel noch zu henig; 3 4) Waͤrme im gehoͤrigen Grade. A . Diies wußte jeder, aber nun weiß man, daß auch erfordert werde: 1 anmen, 5) Luft, denn im luftleeren Raume entwickelt ſich kein Keim; 5 nſhafte 6) Sauerſtoff in gehoͤrigen Verhaͤltniſſen, denn in einer Luft, wo dieſer fehlt, entwickelt ſich ebetſt benfalls der Keim nicht; 1 feien di *) Kohlenſtoff, denn ohne dieſen kommt die Pflanze nur zur Bluͤthe, nicht zur Samenbildung; ſöwenigg 8) Licht, denn ohne ſolches erkrankt die Pflanze, und ſtirbt ab vor der Reife. alt ſtehe Es iſt alſo das Hinzutreten aller dieſer Stoffe und Potenzen, und vielleicht vieler anderen noͤthig, um je⸗ angeſtelte ne Wirkung oder Aehre, und ihr gerechtes Verhaͤltniß, um eine vollkommne herorzubriggen. Ihr Miſ⸗ ber moͤgl rathen kann an dem Mangel des einen oder des anderen liegen. dete Unf 5. 19. eſen Erfahrungen machen wir, entweder durch bloße fasm Beobachtung, indem wir die von ſelbſt zuſammentreffenden Koͤrper und Potenzen und de⸗ ciden ren Einwirkung auf einander gehoͤrig beachten, und das Reſultat bemerken; oder durch Verſuche, indem wir wohlbekannte Dinge in genau beſtimmten Verhaͤltniſſen zuſammen⸗ N bringen, ihre Wechſelwirkung beachten, und dabei moͤglichſt verhuͤten, daß nichts Fremdes oder Un⸗ nd ſͤer bekanntes, was Einfluß auf den Erfolg haben kann, ſich einmiſche. u . 7 Ein Verſuch iſt eine der Natur vorgelegte Frage, worauf ſie, wenn er gehoͤrig eingerichtet iſt/ durch⸗ s bei V

aus eine Antwort⸗ ſey es auch nur durch Ja.oder Nein geben muß. m, /

7

2*. 1. A. .