Begriff der rrelsnogen Landuithichaſt. §.
Die wiſſenſ chaf tliche Lehre ſetzt keine poſitive Regeln feſ, ſondern ſie entwickelt die Gruͤn⸗
de, nach welchen man fuͤr jeden vorkommenden ſpeciellen Fall— den ſie ſcharf unterſcheiden lehrt—
das moͤglich beſte Verfahren ſelbſt erfindet. Die Kunſt fuͤhrt ein gegebenes und angenomnenes Geſetz aus, 3 die Wi ſſenſchaft giebt ſelbſt das Geſetz..
§. 8.
Nur die wiſenſchaftliche Lehre allein kann allgemein gültig und allumfaſſend ſeyn, und zur Er⸗ reichung des Hoͤchſten unter allen und jeden Verhaͤltniſſen fuͤhren. Alle poſitive Regeln und Erlernun⸗ gen ſind nur auf beſtimmte Lagen anwendbar, und jede bedarf beſonderer, die nur die Wiſſenſchaft ſo geben kann, daß das möglich Beſte in jedem Fall erreicht werde. Der hoͤhere Ackerbau kann alſo
allein rationeller Ackerbau genannt werden, und beides iſt eins. Wie der Schiffer, der mit Compaß und Charte das Weltmeer umſegelt— mit deren Huͤlfe jeden 3 Wind und Stroͤmung benutzt, um ſich ſeinem Ziele, wenn gleich oft durch manche Umwege und langſamen (Schhritts zu naͤhern, Klippen und Hinderniſſe ſicher umgeht, in jeder Lage die vortheilhafteſte Richtung waͤhlt, und immer gluͤcklich in moͤglich kuͤrzeſter Zeit den Hafen erreicht— ſich zu dem Kuͤſtenfahrer verhaͤlt, der
das Ufer nicht aus dem Auge verlieren darf, wenn er ſich nicht dem blinden Schiceſale uͤberlaſſen win; ſo der
rationelle Landwirth gegen den angelernten.
§. 9. Die handwerks⸗ und kunſtmaͤßige Erlernung iſt jedoch dem Landwirthe, der ſich bis zur Wiſſen⸗ 5 ſcaft und zum Ideale erheben will, nicht unnuͤtz. Es iſt gut, wenn er die Handgriffe kennen und die erforderliche Kraft gleichſam fuͤhlen gelernt hat, um die mechaniſche Ausfuͤhrung beurtheilen zu koͤnnen. Auch gehoͤrt Uebung des Augenmaaßes und Ausdauer dazu, um den vom m Verſtande gebildeten Begriff in der Wirf ichkeit ausfuͤhren zu koͤnnen⸗
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§. 10. Aber der bloß gelernte Landwirth darf ſich nie ohne beſtimmte Anweiſung von ſeinem keiſten ent⸗ fernen, obwohl dieſer nur fuͤr eine beſondere Lage paſſend ſeyn kann.
Er darf nur ſeiner einmal angenommenen Regel oder der beſtimmten Vorſchrift des Einſichtsvollern
. folgen, und wird, wenn er ſelbſt denken und frei handeln will, dem Soldaten gleich ſeyn, der voll perſoͤn⸗ lichen Muthes aus Reihe und Glied hervortretend Feuer giebt, und ſtatt die gute Sache zu foͤrdern nur Alles in Verwirrung bringt.
Deshalb iſt es oft ſehr richtig, wenn man ſagt, daß Wirthſchaftsverwalter, die in anderen Gegenden und unter anderen Verhaͤltniſſen der Sache gluͤcklich vorgeſtanden haͤtten, nun, anders wohin verſetzt, durchaus bei jedem Schritte ſtrauchelten und das Ganze in Verwirrung brachten. Ihre auf Glauben angenommene
Regel paßte nicht bei verſchiedenem Boden, verſchiedenem Maabe der Kraͤfte und verſchiedenen Verhaͤltniſ⸗
ſen. Und ſo erklaͤrte man dieſe auf ihrem Flecke kunſtgerechte Oeconomen fuͤr unwiſſende. Der wahre ratio⸗
nelle Landwirth dagegen wird ſich in den verichiebenartigſten Lagen orientiren, wenn er ſich die Zeit nimmt,
dieſe richtig kennen zu lernen. §. 1I1. 1
Wenigen Gebrau ich kann deshalb der nicht wiſſenſchaftlich gebildete Landwirth vom eſen ſelbſt der beſten Buͤcher machen. Er weiß die neuen Ideen nicht zu ordnen und in das Ganze zu verweben.
Sie richten daher nur Verwirrung in und durch ihn an. Hoͤchſtens darf er nur ſolche Buͤcher leſen,
welche auf die beſonderen Verhältniſſe, worin er ſich beſindet, nahen Bezug h haben.
§. 12.— Die wiſenſchftüche Lehre der Landwirthſchaft muß, hne ſpecielle Regeln zu geben, die Reſul⸗ tate der bisher gemachten Erfahrungen und des Nachdenkens kennen und wuͤrdigen lehren, ſie bis auf
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