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Die Forstwirthschaft nach rein praktischer Ansicht : so wie sie der Privatforstbesitzer oder Verwalter führen muss, um sie in Verbindung mit der Landwirthschaft am vorteilhaftesten einzurichten ; ein integrirender Theil der allgemeinen Encyklopädie der gesammten Land- und Hauswirthschaft der Deutschen ; mit einer Kupfertafel / dargest. von W. Pfeil
Entstehung
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Forſtwirthſchaft. (80²) 2

Bey allen drey Methoden durchgehen die Schätzer den zu taxirenden Ort in einer Reihe neben einander, und nicht weiter von einander entfernt, als daß kein Baum unbemerkt und un⸗ geſchätzt bleiben kann. Jeder Baum, welcher notirt iſt, erhalt ein leichtes Zeichen in der Rinde, und an der Grenze der Schätzungslinie werden die Bäume geſchalmt, wobey aber die Baſthaut nicht verletzt werden muß, um an dem Schalme wie⸗ der herauf zu gehen, bis der ganze Ort fertig taxirt worden iſt. Alle dieſe Methoden bleiben, vorzüglich in großen Forſten, mit vielem haubaren Holze immer zeitraubend und koſthar, da ſie viel geübte Taxatoren verlangen, und man hat um ſo mehr geſucht, das Verfahren abzukürzen, als dabey immer noch kein ganz genaues und ſicheres Reſultat erhalten wurde, und man ſah, daß es in den großen waldreichen Staaten kaum möglich war, alle Forſten in dieſer Art abzuſchätzen. Das älteſte und gewöhnlichſte Auskunftsmittel die ſpecielle Aus zaͤh⸗ lung des haubaren Holzes zu umgeben, war, und iſt noch jetzt, daß man nur eine kleine Fläche zur Probe abſchätzt, z. B. 1 oder 2 Morgen, und die ganze danach berechnete, indem man annahm, daß jeder der übrigen Morgen eben ſo viel Holz ent⸗ hielte, als der abgeſchätzte. Bey der großen Ungleichheit der Holzbeſtände fiel aber gleich in die Augen, daß man dadurch ein ungeheuer unrichtiges Reſultat erhalten mußte, eine zu hohe Schatzung, wenn die Probefläche beſſer beſtanden war, als durchſchnittlich das Uebrige; im Gegentheil eine zu niedrige. Um dieſem zu begegnen, ſchlug man vor, mehrere Probeflächen an verſchieden beſtandenen Orten, z. B. an den beſtbeſtande⸗ nen, im mittelmäßigen und ſchlechten Beſtande zu nehmen, das gefundene Holzquantum zu ſummiren und den Durch⸗ ſchnittsſatz pro Morgen, als die für den ganzen Beſtand anzu⸗ ſetzende Holzmaſſe, zu rechnen, indem man deſſen Fläche damit multiplicirte. Auch dieß hat aber wenig dazu beygetragen, der Berechnung der Holzmaſſe nach Probeflächen mehr Zuverläſſig⸗ keit zu geben. Geſetzt, man theilt den Beſtand in 3 Verſchie⸗ denheiten, gut, mittel, ſchlecht beſtanden, der gute Beſtand habe 30, der mittle 20, der ſchlechte 10 Klftrn. pro Morgen, ſo war die Durchſchnittszahl 30+ 20+ 10== 20 und 200 Morgen à 20 Klftrn. würden zu 4000 Klftrn. zu berech⸗ nen ſeyn. Wenn nun aber nur 2as oder 20 Morg. mit 30 Klftrn., oder 40 Morg. mit 20 Klftrn,, s oder 140 Morg. mit 10 Klftrn. beſtanden ſind, ſo enthalten dieſe 200 Mrgn. nur 600+ 800+ 1400= 2800 Klftrn, und man hat einen Irrthum von 1200 Klftrn. Es wird in die Augen fallen, daß bey dieſem Verfahren nothwendig jede Verſchiedenheit gleiche Fläche haben müßte, wenn es richtig ſeyn ſoll, was wohl ſelten oder nie der Fall iſt. Die Abſchätzung nach Probeflächen iſt deßhalb auch in der That nur da brauchbar, wo der Beſtand ganz oder ziem⸗ lich gleichmäßig iſt, und dann thut man beſſer, Eine größere Probefläche, vielleicht von 5 10 Morgen zu nehmen, welche die geringen Verſchiedenheiten des Holzbeſtandes ſoviel als möglich umfaßt, als mehrere kleine. In ungleich beſtandenen Orten iſt ſie eine durchaus nicht zu empfehlende Methode, da ſie zu ungeheueren Täuſchungen führt.

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