Forſtwirthſchaft.
440) nſ und Näſſe ausgeſetzt ab, ſo daß z. B. eine kieferne Schwelle, welche raſch gewachſen nur 70— 80 Jahr alt und der Feuchtig⸗
keit ausgeſetzt iſt, oft kaum 10 Jahre dauert. Es iſt deßhalb ſehr unwirthſchaftlich, junges ſchlechtes Kiefernholz auf dieſe oder ähnliche Art zu verwenden, wenn man altes oder Eichen und Ulmen dazu haben kann. Das am wenigſten dauerhafte iſt das im naſſen oder feuchten Sande erwachſene. Dieſe Holzgat⸗ tung wird noch ſehr nützlich durch ihre harzigen Säfte, welche theils zu Theer und Pech bereitet werden, theils als Erleuch⸗ tungsmittel dienen, indem das damit angefüllte Holz eine leb⸗ hafte helle Flamme giebt, welches deßhalb im Kamine(als ſo⸗ genannter Kiehn) behufs der Erleuchtung von dem Landmanne verbrannt wird. Wenn das Harz, welches dieſe helle Flamme erzeugt, ſich von ſelbſt im Holze, vorzüglich den Wurzeln, ſo anhäufen ſoll, daß es dazu in hinreichender Menge gefunden wird, ſo muß die Kiefer ein gewiſſes Alter erreichen, nur dann füllen ſich die Zwiſchenräume im Holze genugſam damit an. Da nun die Wirthſchaftsverhältniſſe und eine vortheilhafte Be⸗ nutzung des Forſtes dem Landmanne und Privat⸗Forſtbeſitzer ſelten geſtatten, ſeinem Holze dieß hohe Alter erreichen zu laſſen, was dazu nöthig iſt, ſo fangt dieß vielen Gegenden ſo nöthige Erleuchtungsmaterial häufig an zu mangeln. Dieſem iſt jedoch auf eine ſehr einfache und weit weniger koſtbare Art, als die iſt, wenn man das Holz ſehr alt werden läßt, abzuhelfen, wenn man der in Schweden üblichen Gewohnheit des Schäalens der Kiefer auf dem Stamme folgt. Man darf nur denjenigen Stämmen, von welchen man recht fettes harziges Holz, entweder zur Erleuchtung oder auch zum Theerſchwelen verlangt, in der Saftzeit auf einer Seite einen Rindenſtreifen von 2 bis 3 Zoll Breite, ſo hoch man reichen kann, oder wenn man ſich die Mü⸗ 93 geben will, bis an die Aeſte wegnehmen, ſo wird der
aum nicht eingehen, die abgeſchälte Stelle wird aber nach zwey Jahren ganz von Harz durchzogen und fetter als der beſte Kiehn ſeyn. Fährt man dann mit dem ſtreifenweiſen Schälen alle zwey Jahre fort, bis der Stamm zuletzt ganz von Rinde entblößt eingeht, ſo erhält man ſehr harzreiches Holz ſchon in einem Alter von 60— 80 Jahren, und kann ſich dieß in kurzer Zeit in größerer Menge verſchaffen, als man von einem 160 Jahre alten Walde erwarten dürfte. In der Nähe von Städten, wo das harzreiche Holz auch zum Feuer⸗Anzünden oft ſehr theuer verkauft wird, dürfte eine ſolche Behandlung kieferner Stangenorte von 50— 60 Jahren einen großen Ge⸗ winn verſprechen. Die abfallenden Nadeln der Kiefer ſind ein gutes Düngungsmittel, und vielleicht das beſte unter allen Blät⸗ tern, welche für viele arme Sandgegenden von großer Wichtig⸗ keit iſt. Unter gewiſſen Bedingungen und bey der nöthigen Vorſicht, wovon in der Folge wird gehandelt werden, können ſie auch vom Landmanne benutzt werden, ohne die Erhaltung des Waldes zu gefährden, wogegen ein rückſichtsloſes Streure⸗ chen oder Sammeln der Nadeln, vorzüglich auf armem Boden, dieſe Nutzung mit der Holznutzung jedoch auch zuſammen ver⸗ nichten kann. Die Kiefer leidet ſehr durch Beſchadigung von Vieh und Wild, vorzüglich in der früheſten Jugend, und muß dagegen geſichert werden, wenn man gute wüchſige Beſtände
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