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Die Forstwirthschaft nach rein praktischer Ansicht : so wie sie der Privatforstbesitzer oder Verwalter führen muss, um sie in Verbindung mit der Landwirthschaft am vorteilhaftesten einzurichten ; ein integrirender Theil der allgemeinen Encyklopädie der gesammten Land- und Hauswirthschaft der Deutschen ; mit einer Kupfertafel / dargest. von W. Pfeil
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1. Abſchn. Kenntniß der Forſtgewaͤchſe. (437) Als Brennholz hat es beynahe 4 der Güte des Buchen. Die jungen, aus dem Kerne erwachſenen Stämme können durch das Pfropfen mit ſüßen Kirſchen veredelt werden.

b) Die Traubenkirſche(b. padus) wächſt vorzüglich im feuchten und ſelbſt naſſen Sande. Sie iſt überhaupt leicht fort⸗ zubringen, indem ſie ſich beynahe in jeden Boden mit Sicher⸗ heit verpflanzen laͤßt, und deßhalb gut zu lebendigen Hecken, wel⸗ che ſich auch dicht ziehen laſſen, zu benuten. Auch die Ufer der Flüſſe bepflanzt man ſtatt der Weiden damit, um ſie zu be⸗ feſtigen. Als Schlagholz in 10 15jährigem Umtriebe iſt es vor⸗ theilhaft, da es ſehr viele dicht hervorkommende und ſtark wach⸗ ſende Ausſchlaͤge macht; ſpäter läßt jedoch ſein Wuchs ſehr nach. Das Holz gehört unter die beſſer Brennhölzer, und wo es in ſtärkern Stücken vorkommt, wird es auch von den Drechslern u. ſ. w. verarbeitet.

14. Der Haſelſtrauch, Corylus avellana.

Dieſe bekannte, ſich beynahe in ganz Deutſchland und auf je⸗ dem Boden vorfindende Holzgattung, gedeiht vorzüglich in frucht⸗ barem tiefgründigen Lehmboden, an den Wieſen und Feldrändern oder kleinen Feldbüſchen, bedarf zu einem guten Wuchſe jedoch durchaus freyen unbeſchatteten Stand. Ihr Wuchs iſt dann lin den erſten 15 18 Jahren raſch, die Ausſchlage kommen bey einem tie⸗ fen Abhiebe zahlreich hervor, und ſie gehort unter dieſen Umſtän⸗ den oft zu den vortheilhaftern Buſchhölzern. Bey einem höhern Alter vermindert ſich ihr Ertrag gegen andere Hölzer ſehr, indem theils der Wuchs nachläßt, theils viel Ausſchläge abſterben. In der Beſchattung, z. B. im Mittelwalde, wo Baumholz im Schlag⸗ holz ſteht, iſt ſie ein ſehr unvortheilhaftes Holz, waͤchſt ſchlecht, und iſt niemals recht geſchloſſen zu erhalten. Am vortheilhafteſten iſt ſie da, wo man ihre ſchlanken geraden Triebe zu Reifſtöcken und die etwas ſtärkern Stammenden zu Korbſpänen für die Korb⸗ flechter abſetzen kann. Als Brennholz iſt die Haſel gut, und ihre Kohlen gleichen beynahe den Buchen an Güte. Ihre Früchte ſind eine bekannte Naſchwaare, und geben oft eine nicht ganz unbeträchtliche Nutzung. Vorzüglich in der erſten Jugend leidet ſie ſehr durch das Verbeißen vom Roth⸗ und Damwilde, ſo wie vom zahmen Vieh. Sie bedarf mindeſtens einer 10 12jäh⸗ rigen Schonung, ſelbſt wenn ihr Wuchs gut iſt.

15. Der Faulbaum, Rhamnus frangula.

Dieſer Strauch wächſt in feuchtem, ſelbſt naſſem Sande, wel⸗ cher humusreich iſt, am liebſten, erträgt Beſchattung, obwohl er ſie gerade nicht bedarf. Er kann leicht durch Saat des Samens in gut bearbeitetem Boden, welcher gegen zu üppigen Graswuchs geſichert iſt, angebauet werden, wenn dieſe im Herbſte vorgenom⸗ men und der Same leicht mit Erde bedeckt wird. Es wird das Holz deſſelben ſehr zur Kohle für die Pulverbereitung geſucht, da⸗ zu der Abhieb in der Saftzeit vorgenommen, um es ſchaͤlen zu kön⸗ nen. Ein 12 18jähriger Umtrieb iſt dazu am vortheilhafteſten.

Es gab auch eine Zeit, wo man mehrere nordamericaniſche Holzarten, wie die Akazien, Scharlacheichen und andere für außerordentlich vortheilhaft und für weit vorzüglicher, als unſere deutſchen Waldbäume hielt; allein die Erfahrung hat ge⸗