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Die Forstwirthschaft nach rein praktischer Ansicht : so wie sie der Privatforstbesitzer oder Verwalter führen muss, um sie in Verbindung mit der Landwirthschaft am vorteilhaftesten einzurichten ; ein integrirender Theil der allgemeinen Encyklopädie der gesammten Land- und Hauswirthschaft der Deutschen ; mit einer Kupfertafel / dargest. von W. Pfeil
Entstehung
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1. Abſchn. Kenntniß der Forſtgewaͤchſe. (435) Korbruthen zu ſchneiden, und dann wieder den Beſtand 58 Jahre zu ſtärkerm Holze alt werden zu laſſen.

b) Die Korbweide(§. viminalis) iſt für die vorbeſchrie⸗ bene Art der Behandlung und Benutzung, ſo wie zur Befeſti⸗ gung der Wege und Ufer gleich empfehlenswerth, als die Bach⸗ weide. Man erkennt ſie daran, daß die jungen Zweige eine grünlich graue, haarige Rinde haben, die der ältern iſt gelb, am Stamme grau und unregelmäßig aufgeſprungen. Die Blattknos⸗ pen ſitzen an den Spitzen, die Bluͤthenknospen unten an den Zweigen. Die Blätter ſind die längſten unter allen Weidenblät⸗ tern, indem ſie oft ſechs Zoll lang werden und dabey nur die Breite von einem halben Zolle haben. Sie ſind lanzettförmig, an beiden Enden etwas zugeſpitzt, in der Jugend etwas am Ran⸗ de zurückgerollt, runzlich, auf der Oberfläche glänzend dunkel⸗ grün und glatt, auf der untern ſilberfarbig, mit einem weißen ſeidenartigen Filze überzogen.

Es würde unpaſſend ſeyn, hier noch alle übrigen Weidenarten aufzuführen, unter denen allerdings noch mehrere mit Vortheil zu erziehende und zu benutzende ſind. Es wird genügen, darauf aufmerkſam zu machen, daß derjenige, welcher ſie nicht genau von einander zu unterſcheiden weiß, wenigſtens bey Weiden⸗ pflanzungen die Vorſicht beobachten muß, nur von ſolchen Stäm⸗ men oder Sträuchern Satzweiden oder Stecklinge zu nehmen, welche für den Zweck, zu welchem die Pflanzung angelegt wird, als vollkommen brauchbar aus der Erfahrung bekannt ſind, oder ſich in ihrem Wuchſe vorzüglich dazu paſſend zeigen, um jeder Verwechſelung vorzubeugen.

Unter der Menge Laubholzarten, welche noch in den deut⸗ ſchen Forſten wachſen, haben wir keine weiter, als die oben an⸗ geführten, welche mit Vortheil als Baumhölzer geſchloſſen erzo⸗

en werden können, oder ein Gegenſtand des forſtlichen Anbaues im Großen waren. Dagegen kommen mehrere als einzelne Stäm⸗

me im Hochwalde, ſo wie im Niederwalde vor, welche mit Vor⸗

theil erhalten werden, wo ſie ſich vorfinden, und als gutes Nutz⸗ holz in Bäumen, ſowie als Schlagholz von jedem Forſtbeſitzer ge⸗ kannt werden müſſen. Die vorzüglichſten ſollen daher hier nach ihren Eigenthümlichkeiten und ihrer Nutzbarkeit kurz erwähnt werden.

12. Die Sorbus⸗Arten..

a) Der Mehlbeerbaum(Sorbus asia). Wie alle Sor⸗ busarten, wird auch dieſes Holz ein ziemlich beträchtlicher Baum; allein der langſame Wachsthum und das geringe Volumen, wel⸗ ches er giebt, machen ihn im Hochwalde nicht wünſchenswerth. Man findet ihn gewöhnlich in den Bergen auf fruchtbarem Kalk⸗ oder Lehmboden. Er bedarf einen freyen nicht beſchatteten Stand und ſcheint keinen dichten Schluß zu ertragen. Sein Ausſchlag iſt nur gering und wächſt auch nicht ſchnell, daher er in Hin⸗ ſicht der Holzmaſſe, welche er giebt, unvortheilhaft erſcheint. Dagegen iſt es eins der feſteſten Hölzer, was ſich nicht wirft, eine große Dauer hat, und deßhalb vortrefflich zu Schirr⸗, Nutz⸗ und Drechslerholz taugt, wenn man es in größern Stücken trifft. Als Brennholz kommt es dem Buchen an Güte gleich. Das Laub wird vom Wilde und Viehe geliebt. Auf die jungen

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