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Hülfe nehmen und die Zeichnung aufſuchen, welche derjenigen, um deren Beſtimmung es ſich handelt, ſich am meiſten nähert. Findet man darin das Charakteriſche nicht vollkommen ausgeſpro⸗ chen, ſo ſetzt man ſie zwiſchen dieſe und die höhere Ordnung, aber immer in der Claſſe mit der ſie in der nächſten Berührung ſteht. Auf dieſe Weiſe wird man mit einer unbedeutenden Differenz den Ertrag an Milch, welchen eine Kuh jeden Tag gibt oder geben wird, die Zeit, wie lange der höchſte Ertrag anhält, und die allmählige Abnahme während der neuen Trächtigkeit ausmitteln können.
Kühe, welche auf einer guten Weide gehen, oder auf dem Stalle ein ausgeſuchtes, reichliches und gutes Futter erhalten, werden im Verhältniß ihrer Claſſe und Ordnung weit mehr Milch geben, als Kühe, welche auf magern und ſumpfigten Weiden gehen oder auf dem Stalle ſchlecht gehalten werden. Kühe, welche in einer ſchönen Jahrszeit, z. B. im Frühjahr kalben, werden mehr Milch geben, als die welche im Winter kalben.
Wohlgenährte Kühe werden den ihrer Claſſe beigeſchriebenen Ertrag überſchreiten von der erſten Ordnung an bis zu der letzten. Die Erträge werden durch alle Claſſen in beſtimmtem Verhältniſſe abnehmen. Schlechtgenährte Kühe dagegen werden den Ertrag, welchen ich ihrer Claſſe und Ordnung zutheile, nicht erreichen; aber auch bei ihnen wird er durch alle Claſſen von der erſten bis zur letzten Ordnung in gleichem Verhältniſſe ſich vermindern. Selbſt in den an ſich ſehr undankbaren Gegenden wird immer die eine Jahrszeit den Kühen günſtiger ſeyn als die andere, je nach Maßgabe des grünen Futters, welche die künſtlichen Wieſen liefern.
Kühe von guter Art werden immer gute Milch in ziemlich großer Menge geben, wenn man ihnen gutes Heu, Waizenkleie, Gerſte, Möhren und einige Pfund Haber oder andere nahrhafte Subſtanzen unter einander gemengt, Tag für Tag reicht. Man ſollte ſie bei dieſer Fütterung erhalten, ſo lange ſie reichlich Milch geben, aber abbrechen, ſo bald ihre Milchergiebigkeit anfängt nachzulaſſen, und ſie in der Trächtigkeit fortſchreiten. Man muß Sorge tragen, ſie Morgens und Abends zu beſtimmten Stunden zu melken und keine Milch in dem Euter zurücklaſſen. Wenn die Milch eingeſchoſſen iſt, muß man ſie ſorgfältig ausmelken, und wenn die Kuh die Milch nicht gerne hergibt, ſo muß man ihr in dieſem Augenblicke von der für ſie beſtimmten Kleie reichen.
Kühe der erſten und zweiten Ordnung jeder Claſſe müſſen in der erſten Zeit nach dem Kalben täglich dreimal gemolken werden. Die Wärter, denen das Füttern der Kühe obliegt, dürfen ihnen nicht
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