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Die äussern Zeichen der Milchergiebigkeit bei den Kühen, nach welchen sich nicht nur der Ertrag an Milch nach Menge und Güte, sondern auch die Dauer des Milchertrags während der neuen Trächtigkeit beurtheilen läßt / von François Guénon. Aus d. Franz. übers. von F. S. Kurtz
Entstehung
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zu viele Nahrung vorſetzen, wegen der Stockung, welche die Milch veruſachen könnte, und woran oft die Kuh und das Kalb zu Grunde gehen. Dieſes rührt von einer entzündlichen Verſtopfung, die alsdann in dem Euter entſteht, und von der Anſtrengung der Milchgefäße her, welche ſich für den Augenblick ihrer Entleerung vorbereiten. Die Milch iſt während dieſer Zeit ſehr butterreich. Die Widerſtriche des Haars, welche die Zeichnung bilden, erwei⸗ tern und vergrößern ſich auch einige Tage vor und nach dieſem Zeitpunkt.

Man muß alſo in den erſten Tagen die Kühe ſorgfältig pflegen und ihnen nur eine leichte Nahrung vorlegen. Fünf oder ſechs Tage nachher kann man ihnen wieder die gewöhnliche Nah⸗ rung geben, ohne dieſe Krankheit zu befürchten zu haben, weil als⸗ dann die Milch ſchon ihren beſtimmten Lauf hat, und die Gefäße, welche ſie führen, hinlänglich ausgedehnt ſind. Alle Kühe der untern Ordnungen ſind von derartigen Krankheiten befreit; die Milch macht ihnen keine Beſchwerde, und ſie ſind viel weniger zu Entzündungen geneigt als die andern. Auch die Widerſtriche ihrer Zeichnung ſind klein und ſchmal im Vergleich mit denen der höhern Ordnungen jeder Claſſe.

Wie wichtig iſt es alſo, dieſe guten Kühe, welche eine Quelle des Reichthums und des Genuſſes für uns ſind, ſorgfältig zu pflegen? Reicht nicht oft, beſonders in der Nähe großer Städte der Ertrag von zwei oder drei guten Kühen hin, um einer ganzen Familie ihre Bedürfniſſe zu decken? Was ſoll man nun thun, um ſich die Kühe erſter Ordnung zu erhalten?

Will man junge Kalbinnen zum Erſatz der alten Kühe auf⸗ ziehen, ſo muß man einen Zuchtſtier wählen, welcher von der beſten Mutter, die man haben kann, abſtammt, und der, wo möglich derſelben Claſſe angehört, wie die Kuh, mit der man ihn paaren will; dann nur wird man reine Thiere erhalten, deren Ertrag unveränderlich mit dem der Aeltern im Verhältniß ſtehen wird.

Um die Kühe zu erhalten, iſt es weſentliche Bedingung, daß man nicht verſäumt ſie zum Stiere zu führen, ſo bald ſie rindrig ſind; denn wenn man die Kühe zwei bis dreimal übergehen läßt, nehmen ſie nur ſchwer wieder auf. Man verliert alsdann an ihnen gute Thiere, ihr Ertrag verringert ſich, und ſie ſind nur noch für die Schlachtbank geeignet.