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Die äussern Zeichen der Milchergiebigkeit bei den Kühen, nach welchen sich nicht nur der Ertrag an Milch nach Menge und Güte, sondern auch die Dauer des Milchertrags während der neuen Trächtigkeit beurtheilen läßt / von François Guénon. Aus d. Franz. übers. von F. S. Kurtz
Entstehung
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obgleich alle Naturforſcher und Agronomen denſelben einſtimmig anerkennen. Man iſt weit entfernt, die Raſſen rein zu erhalten, oder gar dieſelben zu verbeſſern; man paart auf gut Glück hin einen Stier von der einen Claſſe mit einer Kuh von einer andern, wenn gleich von derſelben Raſſe und das Ergebniß einer ſolchen Kreuzung iſt ein Junges, das in eine neue abermals verſchiedene Claſſe fällt. Meine Verſuche haben indeſſen die Thatſache feſt⸗ geſtellt, daß ein Stier von großem Schlag, gepaart mit einer Kuh von kleinem Schlag Nachkommen von ſtärkerem Schlag er⸗ zeugen wird, als die Mutter war; daß dagegen eine gute Kuh, welche von einem ſchlechten Stiere beſprungen wurde, ein Junges gebären wird, das in Hinſicht auf den Ertrag immer geringer iſt, als die Mutter. Ein Stier von der erſten Ordnung, gleichviel von welcher Claſſe, mit einer ſchlechten Kuh gepaart, wird ein Junges erzeugen, das beſſer iſt, als die Mutter. Man ſieht leicht ein, daß die Nachkommen immer viel beſſer ausfallen, wenn in jeder Claſſe Thiere der erſten Ordnung gepaart werden. Paart man dagegen Thiere von verſchiedenen Claſſen und Ordnungen mit einander, ſo werden die Nachkommen, welche aus dieſer Paarung hervorgehen, oft weder der Claſſe des Vaters, noch der der Mutter angehören, ſondern in eine ganz andere Claſſe und Ordnung fallen, welche ſich nur aus den charakteriſtiſchen Kennzeichen werden unter⸗ ſcheiden laſſen, welche auf die unten angegebene Weiſe beſtimmt werden müſſen. Jede Claſſe hat endlich ihre Baſtarde, d. h. ſolche Inidividuen, welche, ob ſie gleich den Muſterthieren der Claſſe vollkommen gleichen, doch hinſichtlich des Ertrags oft verſchieden ſind. Dieſe Aehnlichkeit iſt die Quelle beſtändiger Irrthümer, und ich werde zeigen, woran man dieſe Baſtarde erkennen kann.

Es iſt alſo ſehr weſentlich, die Kühe nur von Stieren von guten Eigenſchaften beſpringen zu laſſen; woran ſoll man aber dieſe erkennen? Die Kennzeichen ſind bei ihnen dieſelben, wie bei den Kühen, nur ſind ſie ſchmäler; man muß bei der Unter⸗ ſuchung nur die nöthige Sorgfalt anwenden. Es verſteht ſich wohl von ſelbſt, daß unter allen Claſſen und Ordnungen Thiere von großem Schlag immer den Vorzug verdienen; daß man am Futter nicht ſparen darf und Sorge tragen muß, die Kühe zwei⸗ mal des Tags zu beſtimmten Stunden zu melken, um den vollen Milchertrag zu erhalten, je nach der Claſſe und Ordnung; ebenſo iſt es bekannt und durch die Erfahrung beſtätigt, daß eine reichliche Ernährung und ſorgfältige Behandlung nicht immer hinreichen, um eine Raſſe zu verbeſſern oder ihren Ertrag bedeutend zu ver⸗ mehren. Auf der andern Seite ſchlagen auch die Kühe von großem

Guénon, Nilchergiebigkeit. 2