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Dieß war in der That viel; allein dieſe Idee, welche mich überall verfolgte, und mich, ich weiß nicht wohin, trieb, ließ mir nirgends Ruhe. Ich kam mir vor wie Ahasverus unter der Hand des Engels, eine innere Stimme rief mir ohne Aufhören
zu: Vorwärts, und zwang mich zum Weitergehen; aber das Ziel,
nach dem ich ſtrebte, war mir ſelbſt noch unklar.
Einem Zufalle verdankt man die Entdeckung des berühmten Purpurs von Tyrus, der Zufall führte auch mir eine Beobachtung vor die Augen, die nun die ganze Grundlage meiner Methode bildet. Ich war 14 Jahre alt und führte nach ländlicher Sitte die einzige Kuh, welche wir auf dem Stalle hatten, auf die Weide. Ich liebte ſie, und kannte ſie ganz genau. Eines Tags, als mich die lange Weile plagte, vergnügte ich mich damit, die ähren⸗ förmigen Haarwirbel auf dem Hintern meiner armen Geſellſchafterin zu kratzen, und nahm dabei wahr, daß ſich dort eine Art Kleie in ziemlicher Menge ablöste. Dieſer Umſtand feſſelte meine Auf⸗ merkſamkeit, ich erinnerte mich, von einem meiner Verwandten gehört zu haben, daß die Kühe äußerliche Zeichen haben müſſen, an denen man ihre guten Eigenſchaften und ihre Fehler eben ſo erkennen könne, wie man aus den Linien auf der Oberhaut der Pflanzen und aus ihrer Belaubung ihre Eigenſchaften und ihre Lebensdauer zu erkennen im Stande iſt. Dieſe Bemerkung paßte ganz zu der meinigen. Ich zog mir daraus den Schluß, daß wenn es in dem Pflanzenreich Merkmale gebe, welche zuverläſſig die guten oder ſchlechten Eigenſchaften der Pflanzen anzeigen, auch im Thierreich analoge Kennzeichen exiſtiren müſſen, an denen ſich äußerlich die guten Eigenſchaften und die Fehler eines jeden Thieres erkennen laſſen. Eines dieſer Zeichen glaubte ich nun entdeckt zu haben.
Allein alle Folgerungen, welche ſich aus dieſem erſten Ergeb⸗ niſſe meiner Forſchungen ziehen ließen, waren noch nicht mehr als eine glänzende Theorie, welche die Erfahrung Lügen ſtrafen konnte; ich mußte alſo von da an die Natur ſelbſt appelliren. Die Kuh, welche ich hütete, war gut; ich kannte ſie, wie ſchon geſagt, ge⸗ nau. Ich unterſuchte nun auch die mir bekannten Kühe in meiner Nachbarſchaft, ob ich wohl die nemlichen Zeichen, wie an der meinigen finden würde. Ich ließ auch an ihnen die Kleie ab⸗ ſchaben, indem ich auf die größere oder geringere Menge derſelben genau Acht gab, und verfehlte dabei nicht, jede neue Kuh mit der meinigen zu vergleichen, und entſchied nachher, nach dem Grade der Gleichheit und Ungleichheit, in dem ſie zu einander ſtanden.
Von da an war mir nichts zu theuer, meine Beobachtungen fortzuſetzen. Ich ſcheute keine Anſtrengung und gieng oft mehrere
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