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Die äussern Zeichen der Milchergiebigkeit bei den Kühen, nach welchen sich nicht nur der Ertrag an Milch nach Menge und Güte, sondern auch die Dauer des Milchertrags während der neuen Trächtigkeit beurtheilen läßt / von François Guénon. Aus d. Franz. übers. von F. S. Kurtz
Entstehung
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er das Ziel,

berühmten Beobachtung r Methode licher Sitte die Weide. Tags, als die ähren⸗ fellſchafterin Art Kleie neine Auf⸗ berwandten en müſſen, er eben ſo rhaut der und ihre ung paßte luß, daß uverläſſig gen, auch denen ſich n Thieres zu haben. ten Ergeb⸗ mehr als en konnte; Die Kuh, eſagt, ge⸗ in meiner e an der Kleie ab⸗ derſelben h mit der em Grade tanden.

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Meilen weit, um eine Kuh zu unterſuchen. Wie ſtolz war ich, wenn nach gefälltem Urtheil über ein Individuum, die Antworten auf die Fragen, mit welchen ich die Eigenthümer beläſtigte, dieſes Urtheil beſtätigten! Wie oft glaubte man nicht, ich hätte das Thier, welches ich ſchätzte, zuvor ſchon gekannt! Man war ganz erſtaunt über ein Geheimniß, das ich mich wohlweislich hütete, andern mitzutheilen.

Indem ich auf dieſe Weiſe die Kühe mit einander verglich, hatte ich Gelegenheit zu bemerken, daß die ährenförmigen Haarwirbel, von welchen jene Kleie, die mir zuerſt einzig zur Richtſchnur diente, ſich abſonderte, nach ihrer Form, ſo wie nach dem Individuum verſchieden waren. Dieß gab Stoff zu neuen Betrachtungen, zu neuen Schlüßen. Endlich im Jahre 1814 war ich zu der feſten Ueberzeugung ge⸗ langt, daß man aus dieſen verſchiedenen Zeichen die ſchlechten und guten Eigenſchaften jedes Thieres erkennen könne. Meine Entdeckung war ſomit gemacht, nun galt es aber, dieſelbe in ein Syſtem zu bringen, und noch mehr, ſie auf Beweiſe zu ſtützen, um auch Andern meine Ueberzeugung beizubringen. Hiezu hatte ich allen meinen Muth, alle meine Ausdauer nöthig.

Es genügte nun in der That nicht mehr, die Entdeckung von charakteriſtiſchen Kennzeichen gemacht zu haben, ich mußte mich nun auch verſichern, daß die nemlichen Zeichen immer und auf eine ganz zuverläßige Weiſe den Beweis von den nenmlichen ſchlechten oder guten Eigenſchaften liefern. Zu dieſem Zwecke war es nöthig, eine Menge einzelner Individuen zu ſtudiren, ſie unter ſich und beziehungsweiſe nach der Gegend, aus der ſie abſtammten, nach ihrer Größe und ihrer Milchergiebigkeit zu vergleichen. Dieß war noch nicht Alles; ich mußte ſie auch in Claſſen eintheilen. Man kann ſich denken, welche Mühe mir dieſes Studium verur⸗ ſachte, mir, dem einfachen Kinde der Natur, das noch keine Idee von einer ſolchen Claſſifikation hatte, und nun ſelbſt eine bilden ſollte. Dieſe Unterſuchung hätte mich ſollen aufreiben ich ver⸗ zichtete auf meine gewohnte Beſchäftigung mit großen Koſten durchlief ich Märkte, Meſſen und große Kühereien ich befragte die erfahrenſten Leute des Landes, Landwirthe, Viehhändler, Thier⸗ ärzte ich überzeugte mich, daß noch Niemand dieſe Entdeckung vor mir gemacht hatte. Jeder einzelne hatte ſeine eigene Kenn⸗ zeichen. Die Einen gaben als ſolche die Form der Hörner an, die Andern die Geſtalt des Euters, wieder Andere den Bau oder die Farbe des Haares, immer aber waren ihre Gründe für dieſe Annahmen äußerſt ſchwankend und unſicher. Alles war geeignet mich in dem Glauben, die wichtige Entdeckung von untrüglichen

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