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Das Wichtigste vom innern Bau und Leben der Gewächse : für den praktischen Landwirth faßlich dargestellt ; Mit 4 Steindrucktafeln / von E. A. Rossmäßler, ...
Entstehung
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190 Zwölftes Kapitel.

anfangen. Die immergruͤnen Blaͤtter ſind aber in der fol⸗ genden Vegetationsperiode(im zweiten Lebensjahre) oft noch nicht unbedingt als todt zu betrachten, ſondern ihre wahre lebendige Zellenthaͤtigkeit dauert kuͤrzere oder laͤngere Zeit noch fort, und zu dem Ende ſind ſie meiſt fleiſchig oder leder⸗ artig und mit einer beſonders feſten Epidermis und dicken Cuticula bekleidet, um die in ihrem Gewebe vorgehenden lebensthaͤtigen chemiſchen Proceſſe vor den Einwirkungen der Atmoſphaͤre(namentlich durch eine ſchnelle Verdunſtung) zu

ſchuͤten und ihnen eben dadurch eine laͤngere Dauer und

Fortſetzung jener chemiſchen Proceſſe(in denen ſich das Leben der Blaͤtter ausſpricht) moͤglich zu machen.

Das Abfallen der abgeſtorbenen Blaͤtter erfolgt entweder ſogleich(oft ſogar ſchon bei noch anſcheinender Lebensfriſche derſelben) oder ſpaͤter nach Geſetzen und Urſachen, die noch nicht hinlaͤnglich bekannt ſind, zu denen aber in der Regel weder die Winterkaͤlte noch das Anſchwellen der in der Blatt⸗ achſel ſtehenden Knospe zu rechnen ſind, wie man dieß gleich⸗ wohl annehmen will. Die Blaͤtter zarter, nur eine Vege⸗ tationsperiode hindurch dauernder(einjaͤhriger) Pflanzen fallen zuletzt nicht mehr ab, ſondern verdorren an dem zugleich mit abſterbenden Pflanzenkoͤrper.

Der intereſſanteſte Act der pflanzlichen Bildungsthaͤtig⸗ keit, ſowohl hinſichtlich der damit verbundenen Formerſchei⸗ nungen als auch ſeiner phyſiologiſchen Geſetzmaͤßigkeit, iſt die Bildung des Samens.

Kein anderer Theil der Naturwiſſenſchaften hat in neuerer Zeit eine ſo auffallende Umgeſtaltung erlitten, als die Lehre von der Bildung des Samens, und wir ſind deshalb ge⸗ noͤthigt, vorher mit kurzen Worten mitzutheilen, wie man

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