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Das Wichtigste vom innern Bau und Leben der Gewächse : für den praktischen Landwirth faßlich dargestellt ; Mit 4 Steindrucktafeln / von E. A. Rossmäßler, ...
Entstehung
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Von der Nahrungsformung. 191

ſich bis vor wenigen Jahren dieſen Hergang dachte, und wie man ihn ſeitdem kennt.

Bekanntlich nannte man die Staubgefaͤße die maͤnnlichen und die Piſtille oder Griffel die weiblichen Geſchlechtsorgane, und ohne es jemals geſehen zu haben, nahm man zwiſchen beiden, wie bei den Thieren, eine geſchlechtliche Zeugungs⸗ thaͤtigkeit an, in Folge deren im Fruchtknoten die vorgebil⸗ deten Samen(Eichen, ovulum) befruchtet und zur Ent⸗ wickelung getrieben werden ſollten. Dieſe Pollenkoͤrner, der gelbe oder anders gefaͤrbte Staub(frei gewordene Zellen) der Staubbeutel ſollten dabei als befruchtende Materie, dem thie⸗ riſchen Sperma aͤhnlich, wirken und zwar zunaͤchſt nur ein dafuͤr gehaltener ſchleimiger Inhalt(fovilla) dieſer Pollen⸗ koͤrner, den man aus denſelben heraustreten ſah.

(Der Leſer ſieht leicht, daß hier abermals, wie ſo oft, den Pflanzenforſchern das einen Streich geſpielt hat, was man uͤber die Fortpflanzung der Thiere kennt, und daß da⸗ durch die Pflanzen zu einer Zeugungstheorie kamen, die in der Wirklichkeit keine Beſtaͤtigung findet.)

Erſt die neuere Zeit war im Stande, durch beſſere optiſche Mittel den wahren Hergang bei der Samenbildung zu erforſchen, den wir hier ſo darſtellen wollen, wie er ſich als allgemeine Regel bei den phanerogamiſchen Pflanzen zeigt.

Die Pollenkoͤrner, pollen, entſtehen, wie wir S. 42 geſehen haben, aus den Colenchymzellen des Staubbeutels und erſcheinen zuletzt als freie, von einer haͤrteren aͤußeren Wand oder Schale(Pollenſchale, tegmen) bekleidete Zellen. Dieſe Pollenkoͤrner bieten trotz ihrer bekannten Kleinheit doch eine große Manchfaltigkeit der oft uͤberaus zierlichen und regelmaͤßigen Formen dar, welche aber ſtets in jeder Pflanzenart ſich ſehr gleich bleibt.