Teil eines Werkes 
2 (1841) Geschichte der politischen Ökonomie in Europa von dem Alterthume an bis auf unsere Tage. 2
Entstehung
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Menſchenraſſe, welche das erleuchtete Europa einſt befreien ſollte.

Man weiß nicht, was man am meiſten bewundern muß, ob das Ganze dieſer umfaſſenden ökonomiſchen Geſetzgebung, oder die Beſtimmtheit der Erwägungen, auf welche ihre Be⸗ ſtimmungen gegründet waren. Colbert ſuchte ſich mit allen Männern zu umgeben, welche in den Materien heimiſch waren, in die ſeine kräftige Hand die Reform bringen wollte; er befragte ſie, hörte ihre Einwürfe, änderte ſehr oft ſeine Anſicht nach der ihrigen. Er ließ eine Baumſchule in der Vorſtadt Roule anlegen, und führte Marktſchiffe auf der Seine ein. Er ſchuf die kleine Poſt,*) und vervollkommnete die große; er ließ das Bett der Marne ausgraben und machte aus Dünkirchen einen Freihafen. Anordnungen, Edicte, Declarationen, Patente, Ordonnanzen hatten in weniger als 20 Jahren für die Löſung aller Schwie⸗ rigkeiten geſorgt, welche durch den Handel mit Getreide, Wein, Holz, Tabak, edlen Metallen erhoben worden waren. Man möchte ſagen, Frankreich habe ſich damals noch gar nicht gekannt, und der Miniſter Ludwigs XIV. habe es ihm ſelbſt geoffenbart, ſo viele bedeutende Gewerbsanſtalten ſah es in ſeinem Schoos auf⸗ ſteigen, und ſo zahlreiche Flotten aus ſeinen Hafen auslaufen. Obgleich der große Colbert nie Gelegenheit gehabt hatte, ſeine Ideen in ein Syſtem zu faſſen,**) und das, was man in unſerer

*) Mai 1653.

**) Hierüber ſagt Forbonnais, der deſſen Geſchichte am beſten geſchrie⸗ ben hat:

Obwohl die Mittheilung deſſen, was von den Papieren dieſes großen Mannes erübrigt, durch ſeine Familie mir bewilligt worden war, ſo würde man doch über die geringe Hilfe ſtaunen, die ich daraus gezogen habe. Einige Staatsentwürfe aus den letzten Jahren, kurze und in Form von Bemerkungen geſchriebene Gloſſen konnten meine Wißbegierde nur einigermaßen befriedigen. Seinen Geiſt wollte ich erforſchen, und das einzige Denkmal, welches davon übrig iſt, iſt auf zwei halbbrüchig ge⸗ ſchriebenen Blättern in Form von Noten aufbewahrt. Die Edicte, Or⸗ donnanzen und Beſchlüſſe über ökonomiſche Sachen waren meine einzige Hilfsquelle.(Considérations sur les fnances de France, tome I., p. 271.)