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Nachdem der muthige Miniſter alle dieſe Plünderer hohen und niedern Standes zur Ordnung zurückgeführt hatte, hatte er bald begriffen, und er wiederholte es oft, daß man, um den Fürſten zu bereichern, die Unterthanen bereichern müſſe. Alle ſeine Sorge ging daher auf die Verbeſſerung des Landbaues, welchen er als das erſte Gewerbe des Landes betrachtete*). Er verſchwendete an ihn Aufmunterungen jeder Art, und nach wenigen Jahren war der größte Theil der Landſtriche, welche in Folge der Leiden des Kriegs in die Brache gefallen waren, dem Anbau wieder zurückgegeben. Er ſchaffte die für den Gü⸗ terumlauf hemmendſten Feſſeln ab, und hob die kleinlichen Gna⸗ den jeder Art auf, welche die Gewandtheit der Hofleute dem König abgelockt hatte. Auf ſolche Weiſe hatte ſich der Herzog
„von Soiſſons die Ermächtigung bewilligen laſſen, eine Abgabe
von 15 Sous für den Ballen Waaren zu erheben, der aus dem Lande ging. Heinrich IV. glaubte ein Gnadengeſchenk von einigen tauſend Thalern gegeben zu haben; der Höfling hatte daraus ein Einkommen von dreihunderttauſend Francs zu ziehen gewußt. Sully ließ dieſe widerrechtlich zugeeigneten Er⸗ träge wieder in den Staatsſchatz zurückfließen. Leider verkannte dieſer große Miniſter ſein ganzes Leben hindurch die Wichtig⸗ keit der Manufacturen. Es fand ſich bei ihm zugleich eine Art von ariſtokratiſcher Abneigung gegen die Arbeit der Gewerke, und eine philoſophiſche Gleichgiltigkeit gegen alle Gegenſtände der Bequemlichkeit und des Lurus. Sully war ein Edelmann mit einer ſtoiſchen Seele, ein wahrer römiſcher Patricier aus
den ſchönen Tagen der Republik. Man kennt die langen Strei⸗
tigkeiten, welche er mit Heinrich IV. in Betreff der Pflanzun⸗ gen der Maulbeerbäume hatte, zu welchen dieſer Fürſt ermun⸗ terte, und welche ihn beinahe mit ſeinem Miniſter entzweit hät⸗ ten. Sully entſetzte ſich über den Gedanken der Einführung der Seidenwebereien in Frankreich.„Was thut man,“ ſagte er**),
*) Ackerbau und Viehzucht, ſagte er, ſind die beiden Bruſte des Staats. *r) Méêmoires de Sully, Tome II. p. 289, Ausgabe in Quart.


