Teil eines Werkes 
1 (1840) Geschichte der politischen Ökonomie in Europa von dem Alterthume an bis auf unsere Tage. 1
Entstehung
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ſo viele Reichthümer wurden weder geſchaffen noch zerſtört, ohne daß ihre Schöpfung und ihre Vernichtung ſich an Urſachen knüpfen, welche der Analyſe fähig und des Nachdenkens würdig ſind. Es iſt ſogar unmöglich, den Finger der Vorſehung in dieſen aufeinander folgenden Umbildungen des ſocialen Princips zu verkennen, welches ſich bald in eine Inſtitution, bald in eine andere flüchtet, ohne Unterſchied weder der Zeit noch des Orts, gleichſam um ſich unabläſſig zur Verfügung und zum Dienſte der Menſchheit zu ſtellen. Hier iſt es ein großer Mann, welcher das heilige Feuer bewahrt; dort iſt es ein Sclave, welcher es wie⸗ der anzuzünden ſtrebt: Sokrates zu Athen, Spartacus in Rom. Selbſt aus dem Schooße der Barbarei brechen die erſten Licht⸗ blicke der Arbeit und der Ordnung hervor: Karl der Große bän⸗ digte die Woge, welche ihn gehoben hatte; die Hanſeſtädte er⸗ hoben ſich aus der Tiefe der Moräſte, welche der Seeräuberei zum Schlupfwinkel dienten.

Das Feudalſyſtem, ſo verderblich für die an die Scholle gefeſ⸗ ſelten Arbeiter, iſt ganz voll von koſtbaren Lehren für die poli⸗ tiſche Oekonomie. Es war die äußerſte Theilung der Souve⸗ rainität, wie wir die Zeugen der äußerſten Theilung des Grund⸗ eigenthums ſind. Das römiſche Reich, ein Augenblick wieder hergeſtellt durch Karl den Großen, hatte die Centraliſation bis zum höchſten Grade getrieben geſehen; die Feudalität wird uns dieſe große politiſche Macht in Atome aufgelöſt zeigen. Hier werden wir gigantiſchen Syntheſen zuſehen; anderswo faſt mi⸗ kroſkopiſchen Analyſen. Welcher Unterſchied mußte nicht beſte⸗ hen zwiſchen der politiſchen Oekonomie eines Herrſchers von 40 Millionen Unterthanen und der eines Raubritters, welcher über das Land von ſeinem Schloßthurm herab wie ein Raubvogel blickte! Aber trotz dieſes Schloßthurms beginnen die Bürger ſich in die Städte zu kauern, ſich in Innungen zu gliedern, und ſich durch die Zahl achtbar zu machen. Man nimmt ihnen nicht mehr ihr Geld, ſondern man entlehnt es von ihnen, und aus dieſer ſcheinbar unbedeutenden Thatſache tritt für den Staatswirthſchaftsgelehrten die Erklärung einer ganz neuen ſocialen Ordnung hervor.

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