Gift, Contagien, Miasmen.
ohne Zweifel richtiger iſt, der Zuſtand der Zerſetzung, in dem ſich der gelöſte Anſteckungsſtoff befindet, vollendet ſich in dem Waſſer.
Alle Gaſe, die ſich aus faulenden thieriſchen und vegetabi⸗ liſchen Materien, die ſich in Krankheitsproceſſen entwickeln, be⸗ ſitzen gewöhnlich einen eigenthümlich widrigen, unangenehmen oder ſtinkenden Geruch, der in den meiſten Fällen das Vor⸗ handenſein einer Materie beweiſtt, die ſich im Zuſtande der Zerſetzung, d. h. einer chemiſchen Action, befindet. Das Riechen ſelbſt kann in vielen Fällen als die Reaction der Geruchs⸗ nerven betrachtet werden, als der Widerſtand, den die Lebens⸗ thätigkeit der chemiſchen Action entgegenſetzt.
Eine Menge von Metallen geben beim Reiben Geruch, aber keins von denen, die wir edle nennen, d. h. welche in Luft bei Gegenwart von Feuchtigkeit keine Veränderung erlei⸗ den; Arſenik, Phosphor, Leinöl, Citronöl, Terpentinöl, Rau⸗ tenöl, Pfeffermünzöl, Moſchus ꝛc. riechen nur im Acte ihrer Verweſung.(Oxidation bei gewöhnlicher Temperatur.)
So verhält es ſich denn mit allen gasförmigen Contagien; ſie ſind mehrentheils begleitet von Ammoniak, was man in vielen Fällen als den Vermittler der Gasform des Contagiums betrachten kann, ſo wie es der Vermittler iſt des Geruches von zalloſen Subſtanzen, die an und für ſich nur wenig flüch⸗ tig, von vielen, die geruchlos ſind.(Robiquet in den Ann. de chim. et de phys. XV. 27).
Das Ammoniak iſt der Begleiter der meiſten Krankheits⸗ zuſtände; es fehlt nie bei denen, in welchen ſich Contagien er⸗ zeugen; es iſt ein nie fehlendes Product aller im Zuſtande der Zerſetzung ſich befindenden thieriſchen Stoffe. In allen Kran⸗ kenzimmern, vorzüglich bei anſteckenden Krankheiten, läßt ſich die Gegenwart des Ammoniaks nachweiſen; die durch Eis


