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Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie / von Justus Liebig
Entstehung
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Gift, Contagien, Miasmen.

Einwirkung eine Ausgleichung zwiſchen beiden Kräften, eine Veränderung ohne Vernichtung der Lebenskraft, eine arznei⸗ liche Wirkung, oder der einwirkende Körper unterliegt, er wird verdaut, oder die chemiſche Action behält die Ober⸗ hand, er wirkt als Gift.

Alle Materien ſind Nahrungsmittel, welche ihre Eigen⸗ thümlichkeit durch die Einwirkung der Lebenskraft verlieren, ohne eine chemiſche Action auf das einwirkende Organ aus⸗ zuüben.

Eine andere Klaſſe ändert die Richtung, die Stärke, die Intenſität des Widerſtandes(der Lebenskraft), in Folge welcher ihre Träger, die Function ihrer Organe, verändert werden; ſie bringen eine Störung durch ihr Vorhandenſein oder dadurch hervor, daß ſie ſelbſt eine Veränderung erleiden, dieß ſind die Arzneimittel.

Eine dritte Klaſſe heißen Gifte, wenn ſie ſich mit den Organen oder Beſtandtheilen der Organe zu verbinden ver⸗ mögen, und wenn dieſes Streben ſtärker iſt als der Wider⸗ ſtand durch die Lebenskraft.

Maſſe und Zuſtand ändern, wie ſich von ſelbſt ergiebt, gänzlich die Art der chemiſchen Einwirkung.

Ein Arzneimittel wird in größerer Maſſe, die überall ein Aequivalent für größere Verwandtſchaft iſt, als Gift, ein Giſt in kleinen Gaben als Arzneimittel wirken können.

Ein Nahrungsmittel wird Krankheit bewirken, es wird Gift werden, wenn es durch ſeine Maſſe eine chemiſche Action aus⸗ übt, oder wenn ſein Zuſtand, ſeine Gegenwart die Bewegung der Organe verlangſamt, hindert oder aufhebt.

Ein Körper wirkt als Gift, wenn alle Theile des Organs, mit dem er in Berührung iſt, zu einer chemiſchen Verbin⸗ dung mit ihm zuſammengetreten ſind; er kann als Arzneimit⸗

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