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Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie / von Justus Liebig
Entstehung
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Gift, Contagien, Miasmen.

Ausnahme ein unaufhörliches mehr oder weniger ſtarkes Stre⸗ ben, Verbindungen einzugehen(die Oralſäure z. B. iſt die ein⸗ fachſte, die Talgſäure eine der zuſammengeſetzteſten organiſchen Säuren; die erſte iſt die ſtärkſte, die andere eine der ſchwäch⸗ ſten in Beziehung auf chemiſchen Charakter); durch dieſe Thä⸗ thätigkeit üben ſie überall, wo ſich kein Widerſtand entgegen⸗ ſetzt, eine Veränderung aus; ſie gehen Verbindungen ein und veranlaſſen Zerſetzung.

Es iſt die Lebenskraft, welche der unaufhörlichen Einwir⸗ kung der Atmoſphäre, der Feuchigkeit, der Temperatur auf den Organismus einen, bis zu einem gewiſſen Grade, unüberwind⸗ lichen Widerſtand entgegengeſetzt; es iſt die unaufhörliche Aus⸗ gleichung, es iſt die ſtete Erneuerung dieſer Thätigkeiten, welche Bewegung, welche Leben erhält.

Das größte Wunder im lebenden Organismus iſt es ge⸗ rade, daß eine unergründliche Weisheit in die Urſache einer unaufhörlichen Zerſtörung, in die Unterhaltung des Reſpira⸗ tionsproceſſes, die Quelle der Erneuerung des Organismus, das Mittel gelegt hat, um allen übrigen atmoſphäriſchen Ein⸗ flüſſen, dem Wechſel der Temperaturen, der Feuchtigkeit zu wi⸗ ſtehen.

Bringen wir in den Magen oder einen andern Theil des Organismus eine chemiſche Verbindung von einfacher Zuſam⸗ menſetzung, die alſo das Vermögen und Streben beſitzt, neue Verbindungen einzugehen oder Veränderungen zu bewirken, ſo iſt klar, daß ſie auf alle Materien, die mit ihr in Berührung kommen, eine chemiſche Action ausüben muß; ſie wird eine Verbindung einzugehen oder zu verändern ſtreben.

Die chemiſche Action der Subſtanz hat, wie ſich von ſelbſt verſteht, die Lebenskraft zu überwinden; die letztere ſetzt ihr einen Widerſtand entgegen, es entſteht je nach der Stärke der