Gift, Contagien, Miasmen.
eine Veränderung im Blute, in Folge welcher ſich aus ſeinen Beſtandtheilen wieder Blatterngift erzeugt. Dieſer Metamor⸗ phoſe wird erſt durch die gänzliche Verwandlung aller der Zerſetzung fähigen Bluttheilchen eine Grenze geſetzt. Durch den Contact der Oxalſäure mit Oxamid entſteht Oxalſäure, welche auf neues Oramid die nemliche Wirkung ausübt. Nur die begrenzte Menge des Oramids ſetzt dieſer Metamorphoſe eine Grenze. Der Form nach gehören beide Metamorphoſen in einerlei Klaſſe; aber nur ein befangenes Auge wird dieſem Vorgang, obwohl er ein ſcharfer Ausdruck des gegebenen Be⸗ griffs vom Leben iſt, eine lebendige Thätigkeit unterlegen; es iſt ein chemiſcher Proceß, abhängig von den gewöhnlichen chemiſchen Kräften.
Der Begriff von Leben ſchließt neben Reproduction noch einen andern ein, nemlich den Begriff von Thätigkeit durch eine beſtimmte Form, das Entſtehen und Erzeugen in einer beſtimmten Form. Man wird im Stande ſein, die Beſtandtheile der Muskelfaſer, der Haut, der Haare ꝛc. durch chemiſche Kräfte hervorzubringen; allein kein Haar, keine Mus⸗ kelfaſer, keine Zelle kann durch ſie gebildet werden. Die Her⸗ vorbringung von Organen, das Zuſammenwirken eines Appa⸗ rates von Organen, ihre Fähigkeit, aus den dargebotenen Nah⸗ rungsſtoffen nicht nur ihre eigenen Beſtandtheile, ſondern ſich ſelbſt der Form, Beſchaffenheit und mit allen ihren Eigen⸗ ſchaften wieder zu erzeugen, dieß iſt der Character des orga⸗ niſchen Lebens, dieſe Form der Reproduction iſt unabhängig von den chemiſchen Kräften.
Die chemiſchen Kräfte ſind der unanſchaubaren Urſache, durch welche dieſe Form bedingt wird, unterthan; ſie ſelbſt, dieſe Urſache, wir haben nur Kenntniß von ihrer Exiſtenz durch die eigenthümlichen Erſcheinungen, die ſie hervorbringt; wir
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