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Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie / von Justus Liebig
Entstehung
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Waſſer kaum lösliche, völlig geſchmackloſe Subſtanz), und bringe damit die Materie B zuſammen, welche ſich wieder er⸗ zeugen ſoll, es ſei aufgelöſ'te Oxalſäure, ſo bemerken wir Folgendes: Unter den geeigneten Bedingungen, in welchen beide auf einander eine Wirkung äußern, wird das Oramid durch die Kleeſäure zerſetzt; zu den Beſtandtheilen des Oramids treten die Beſtandtheile des Waſſers; es entſteht aus dem Ora⸗ mid auf der einen Seite Ammoniak, und auf der andern wieder Oxalſäure, beide genau in dem Verhältniß, in dem ſie ſich zu neutralem Salze vereinigen.

Wir haben Oramid und Oralſäure zuſammengebracht; in Folge einer Metamorphoſe hat ſich das Oramid in Oralſäure und Ammoniak zerſetzt; die urſprünglich zugeſetzte Oralſäure, ſowie die neuerzeugte theilen ſich in das Ammoniak, dieß will mit anderen Worten ſagen, es iſt nach vorgegangener Zerſetzung genau ſo viel freie Kleeſäure wie vorher, und mit ihrem gan⸗ zen Wirkungswerthe vorhanden. Gleichgültig, ob ſie anfänglich frei gebunden und die neu gebildete frei iſt, oder umgekehrt, ſo viel iſt gewiß, durch die Zerſetzung iſt ſie in gleicher Quan⸗ tität reproducirt worden.

Bringen wir nun nach der Zerſetzung eine der erſten gleiche Quantität Oxamid zu der nemlichen Miſchung, und unterwerfen wir ſie derſelben Behandlung, ſo wiederholt ſich in ganz gleicher Weiſe die nemliche Zerſetzung; die frei vor⸗ handene Kleeſäure iſt in Verbindung getreten, es iſt eine ihr gleiche Menge wieder frei geworden. Man kann auf dieſe Weiſe mit einer außerordentlich kleinen Menge Oralſäure Hun⸗ derte von Pfunden Oramid zur Zerſetzung bringen, man kann durch einen einzigen Gran unbegrenzte Mengen von Kleeſäure entſtehen machen.

Durch den Contact des Blatterngiftes mit Blut entſteht