Teil eines Werkes 
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Entstehung
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der Miſt bis zu einem gewiſſen Grade verrottet ſey, beſonders wenn man ihn im Frühjahre anwendet. Unreinigkeit aus dem Abtritt thut vorzügliche Wirkung, und Stellen, wo ſonſt kein Stock aufkommen konnte, werden dadurch zur Fruchtbarkeit ge⸗ bracht. Die Meinung der Franzoſen, die allen thieriſchen Aus⸗ wurf und Abfall verwerfen, iſt nur ein Vorurtheil; ſie geſtehen zwar, daß er eine kräftige Vegetation und einen ſtarken Trau⸗ ben⸗Ertrag bewirke, behaupten aber, daß Gewürz und Geruch darunter leiden und der Wein ſich mit Pflanzenſchleim und erdigen Salzen überlade. Die beſte Widerlegung davon geben die Rheinweine, mit deren feinem Geruch und feinem Geſchmack ſich in guten Jahren kein franzöſiſcher Wein meſſen kann, und doch iſt der deutſche Winzer uͤberzeugt, daß ohne fetten Thier⸗ miſt nur ſchlechter, magerer Wein gewonnen werden könne. Uebrigens bleiben verfaulte Raſen und ſonſtiger vegetabi⸗ liſcher Dung ein ganz gutes Dungmittel für die Weinberge. Auch Aſche, Moder, gute Erd⸗ und Mergel⸗Arten, beſonders die Zuſammenſetzung dieſer Dinge mit Miſt, können dazu dienen. Beſſere und vorzügliche Dungmittel ſind Klauen, Hornſpähne, Haare, Wolle, Abfall von Gerbereien, zumal Schabſel von der innern Seite der Häute. Gehackte, eine Zeitlang in Miſtjauche getränkte, wollene Lumpen befördern die Vegetation und den Ertrag ungemein; ſie haben beſonders die Eigenſchaft, daß ſie im Sommer die Feuchtigkeit nicht ſchnell verdunſten laſſen. Den Schafdung hat man an einigen Orten mit dem größten Vortheil, an andern mit Nachtheil angewendet. An einigen Orten, namentlich in Frankreich, ſoll ſogar das Pförchen in den Weinbergen üblich ſeyn und die Schafe die Reben nicht berüh⸗ ren, wenn ſie vor dem Eintritt wohl gefüttert worden ſind. Man hat zweierlei Art zu düngen: die eine, daß der Dung über der ganzen Oberfläche gebreitet und untergebaut wird, die andere, daß man ihn in Gruben neben dem Weinſtock ein⸗ legt. Auf ebenem Boden verdient jene, auf abhängigem Boden dieſe den Vorzug. Die Gruben werden in einem kleinen Halb⸗ zirkel oberhalb der Stöcke und nicht zu ihrer Seite angebracht. Iſt der Dung eingelegt, ſo wird er mit Erde bedeckt. Bei dem erſten darauf folgenden Hacken oder Graben wird der Dung an

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