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Bei dem Schneiden ſelbſt wird vor Allem der Kopf ausge⸗ putzt, alle Storzen und unnützen Ausſchläge ausgeputzt, alles Brandige und Dürre ausgeſchnitten, der Kopf rein und rund gehalten und ihm nur die nöthigen Schenkel gelaſſen. Die auf dem Kopfe unmittelbar aufſitzenden Lotten heißen, wenn ſie nur ein Jahr alt ſind, Bodenhölzer oder Waſſerruthen, in den folgenden Jahren aber Schenkel. Da der Stock gewöhn⸗ lich mehr Lotten aus ſeinem Kopfe oder ſeinem Halſe, mit einem Worte, aus dem erſten Holze ausſtößt, als man Schenkel nö⸗ thig hat, ſo werden die überflüſſigen zwar abgeſchnitten, jedoch 1 oder 2 derſelben beibehalten und auf 3—4 Augen über dem Stamm abgekürzt. Man heißt ſolche Bodenſchnitte. Sie dienen, im Fall ein Schenkel abgeht, einen neuen daraus zu bilden, und geben zugleich das Mittel an die Hand, den Stock kürzer bei der Erde zu halten.
Man läßt dem Stock nicht leicht mehr als zwei bis drei Schenkel und nur ſo viel, wenn man ihm mehr als einen Pfahl gibt; nur an wenigen Orten läßt man 5—6 Schenkel ſtehen. Man hält überhaupt für gut, jedem Schenkel einen eigenen Pfahl zu geben. Aus den Schenkeln ſtoßen ihrerſeits die Trag⸗ lotten oder Ruthen aus, denen man entweder eine Länge von 3 läßt, oder die man auf 2—3 Augen abkürzt. Im letzten Falle heißen ſie Zapfen, Stifter, Knoten, Knöter; im erſten Falle Ruthen, Bogen, Bogreben. Man läßt dieſen nicht leicht eine Länge über 10 Augen; 6 ſind ſchon hinreichend. Da das Holz oder die Bogen, welche einmal getragen haben, nicht ferner zum Tragen tauglich ſind, ſo werden ſie mit jedem Jahre bis auf ihre zwei hinterſten Lotten abgeſchnitten, und nicht mehr als zwei für jeden Schenkel gelaſſen, die entweder beide zu Bögen, oder beide zu Zapfen, oder eine zum Bogen, die andere zum Zapfen geſchnitten werden. Nur überaus geil⸗ wachſende, daher wenig Frucht tragende Stöcke machen hiervon eine Ausnahme; man ſchneidet ihnen ſo viel Bögen hin, als man machen kann, um dem Ueberfluß von Saft mehr Ausbrei⸗ tung zu geben. Man wählt deswegen die hinterſten Lotten der alten Bogreben, weil ohne ſolches der Stock von Jahr zu Jahr immer höher ſteigen würde, welches doch vermieden werden muß.
Schwerz, Landwirthſch. 11. 19


