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Erde an ſich, welche der Stamm unter ſeinen Verzweigungen vertheilen ſollte, ſolches aber nicht vermag, wenn er keine Ab⸗ nehmer findet. Daher entſteht dann eine Ueberfülle(Plethora), deren Folgen Zerſprengungen der Saftgefäße, Harzfluß beim Steinobſt, Brand beim Kernobſt und Abſterben vor der Zeit ſind.
In wie weit eine gleiche Behandlung bei dem Weinſtocke anwendbar ſeyn dürfte, iſt noch nicht verſucht, und ſo lange müſſen wir bei dem Alten ſtehen bleiben. Die Gewohnheit, dem Stock Bogenreben außzuſetzen, ſcheint indeſſen darauf hinzudeu⸗ ten; denn ſie iſt im Grunde nichts anderes als das, was man mit den Zweigen der Spalierbäume zu thun angefangen hat.
Wir geben hier die meiſten und nothwendigſten der bei dem Schnitte zu beobachtenden Rückſichten und zu einzuhaltenden Regeln an: Der Zweck des Schnittes bei dem Wein⸗ ſtocke iſt: Trauben von gehöriger Guüte und Größe und in ſolcher Menge zuerzeugen, als es ohne Nach⸗ theil des Stockes geſchehen kann. Würde man gar nicht ſchneiden, ſo würde der Weinſtock verwildern und am Ende keine Früchte bringen. Schneidet man zu wenig, läßt alſo zu viel Holz ſtehen, ſo kann man wohl einige Trauben mehr bekommen, aber ihrer Kleinheit wegen auf weniger Saft rechnen. Entwendet man dem Stock zu viel Holz, ſo ver⸗ mindert man den Ertrag und ſchadet dem Stocke, indem alles Verhältniß zwiſchen ſeinen Wurzeln und ſeinem Wuchſe aufge⸗ hoben wird. Je ſtarkwüchſiger das Holz einer Traubengattung, je ſtärker der Stamm, je größer die Entfernung der Stöcke un⸗ ter ſich, je üppiger der Boden iſt, um ſo mehr Holz läßt man und umgekehrt.
Nach einem reichen, vollkommenen Herbſte muß im folgen⸗ den Jahre dem Stocke ſtärker bei dem Schnitte zugeſetzt wer⸗ den, damit er ſich nicht übertrage; auch nach vorangegangenem naſſen Sommer muß ſtärker als nach trockenem geſchnitten werden.
Hält man den Stock durch das Schneiden zu hoch, ſo er⸗ reichen die Trauben nicht diejenige Güte, welche ſie, näher an
der Erde erzogen, erlangen.
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