ganz wie ein alter behandelt; man hat dann einen halben und im fünften Jahre einen ganzen Herbſt zu erwarten.
An der Aar. Im erſten Jahre dieſelbe Behandlung wie an der Moſel. Im Frühling des zweiten Jahrs wird abgedeckt. Man hackt nur in dem Falle, daß der Boden nach ſtarken Regengüſſen eine feſte Borke bildet; auf jeden Fall wird die obere Fläche rein gehalten. Die Stöcke werden manch⸗ mal ſchon vor dieſem Winter, ſonſt im folgenden Frühjahre geſchnitten, darauf gegen die Gefahr des Froſtes gehäufelt. Man hält das Düngen in den beiden erſten Jahren für ſchäd⸗ lich. Im dritten Jahre bei dem erſten Schnitte werden, wenn es nicht ſchon vor Winter geſchehen iſt, den Köpfen alle überflüſſige Schöſſe abgenommen, nur 2—3 der beſten Lotten gelaſſen, welche fuͤr die Folge die Schenkel bilden und dieſe auf 2— 3 Augen beſchnitten. Die Stöcke werden nun mit Pfählen verſehen, darauf gedüngt und gehackt. Das Hacken wird im Sommer noch einigemal wiederholt, aber nur oberflächlich, blos zur Tilgung der Unkräuter, unter welchen die Quecken die ge⸗ fährlichſten ſind. Im vierten Jahre werden die jungen Stöcke auf 3— 4 Augen geſchnitten, jedem Schenkel aber nur 1 Lotte gelaſſen; übrigens wird, wie im vorigen Jahre, gehackt, jedoch nicht gedüngt. Im fünften Jahre tritt die Behand⸗ lung wie bei den alten Stöcken ein.
Am untern Rhein. Im Nachſommer des erſten Jahrs wird zur Reinigung vom Unkraute nur leicht, vor Ein⸗ tritt des Winters aber ordentlich gehackt, und die jungen Stöcke dabei ſtark mit Grund bezogen. Im zweiten Frühjahre wird wieder gehackt, die Stöcke abgeräumt, die fehlenden durch andere erſetzt. Der Weinberg wird in dieſen zwei erſten Jahren durch Anpflanzung von Gemüſe benützt und durch Hacken rein gehalten; vor dem Winter wird gedüngt und der Dung unter⸗ gegraben. Im dritten Frühjahre wird gegraben(gehackt), die Stöcke werden von der Erde entblößt und auf dem Kopfe beſchnitten, d. h. der Wuchs des erſten und zweiten Jahrs wird gleich der Erde weggeſchnitten, jedoch ohne den Stamm ſelbſt zu berühren. Nun wird geſtöckt, oder mit andern Worten, es werden klekne Pfähle gegeben. Man läßt von den Lotten, die
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