Teil eines Werkes 
Zweiter Theil: Zweiter Theil
Entstehung
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16 erſetzt man letzteres durch Brod. Da das Kälberaufziehen eine

koſtſpielige Sache bleibt, ſo zieht man vor, die Kälber zu kau⸗

fen, wenn ſie keiner Milch mehr bedürfen. Man räumt ihnen im erſten Jahre die beſſeren Weiden zugleich mit den Ochſen ein und rechnet, daß 4 Kälber ſo viel nöthig haben als ein Maſtochſe. In dem zweiten Jahre erhalten ſie eine etwas ſchlechtere Weide.

Es giebt auch Leute, welche ſich auf die Zuzucht legen, obgleich ſie nicht mit zureichenden Fettweiden verſehen ſind. Sie bringen die Rinder bis ins zweite, dritte oder vierte Jahr, und verkaufen ſie dann. Im vierten Jahre iſt das Hornvieh am vortheilhafteſten zu mäſten; wenige werden im dritten Jahre dazu beſtimmt und noch wenigere bis ins fünfte Jahr dazu aufbehalten. Die Kälber werden mit 6 Wochen entmannt, die Kuhrinder im dritten oder vierten Jahre zugelaſſen. Auch die Kühe werden auf der Weide 3 bis 4 Monate vor ihrer Schlachtzeit begangen, ohne welches ſie nicht fett werden würden.

Man zieht die größern Koppeln den kleinern vor; jedoch ſucht man die ganz großen zu vermeiden, indem das Vieh ver⸗ hältnißmäßig zu viel darin vertritt. In kleinen findet ſich das Vieh zu viel eingeſchränkt, und ſolches ſcheint ihm nicht anzu⸗ ſtehen. Koppeln für 12 bis 15 Stücke oder von eben ſo vielen holländiſchen Morgen ſcheinen die zweckmäßigſten zu ſeyn. Frei⸗ lich koſtet die vervielfachte Einfrechtung mehr als eine einzelne Einfaſſung, allein die Koſten lohnen ſich immer, wenn jemand eine Weide von 40 bis 50 Morgen, jene in zwei, dieſe in drei Abtheilungen legt.

Der Handel, der durch die Maſtung getrieben wird, iſt ſehr betraͤchtlich. Ich habe Leute kennen gelernt, die zu dem Ende 100, ja 150 Stück durchwinterten. Das ſchwerfette Vieh geht nach dem Auslande, nach Lüttich, Brabant und Frank⸗ reich, beſonders dasjenige, was um Jakobi fett wird. Das übrige wird auf die inländiſchen Märkte gebracht, und von den Schlächtern erhandelt. Vor den franzöſiſchen Zeiten ließen hieſige Mäſter wohl Ochſen aus Dänemark kommen, um ihre Weiden damit zu beſetzen. Seitdem legten ſie ſich ſelbſt auf die Zuzucht, und das Geld bleibt im Lande.

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