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Kempen hat eine vortreffliche Lage; das flache ſpiegelebene Feld von der öſtlichen, Waſſer und Wieſen von der andern Seite, zwiſchen beiden die Wirthſchaftshöfe auf einer langen einfachen Reihe liegend und durch etwas Gehölz gedeckt, dabei gute Wirthſchaften, wie es mir ſchien.
IV. Kuh- und Fettweiden.
Ich werde mich in dieſem Artikel auf die Niederung be⸗ ſchränken, denn die Höhe hat keine Fettweiden, und von den Kuhweiden wird bei dem Hornvieh vorkommen. Die Ufer der Ruhr, der Lippe und des Rheins ſind vorzüglich zur Weide geeignet, und man hat es daſelbſt in dieſem Stücke ſehr weit gebracht. Es iſt das Muſterhafteſte, das wir in Weſtfalen fin⸗ den. Von den Weiden der erſten beiden Flüſſe habe ich bei Gelegenheit der Beſchreibung der Grafſchaft Mark geſprochen. Von den Rheinweiden alſo hier.
Die Weiden ſind ihrer Lage nach von verſchiedener Güte. Die vorzüglichſten ſind die, welche außerhalb des Rheindammes liegen, daher alljaͤhrlich im Winter vom Rheine überſchwemmt werden. Ihre anderweitige Verbeſſerungen müſſen ſie von der gehörigen Beweidung mit Rindvieh erwarten. Indeſſen leiden ſie auch manchmal Schaden vom Sande, wenn nämlich bei ſtarkem Strome die Sommerdämme(weite oder hintere Dammreihe) durchbrechen. Der Sand muß im folgenden Früh⸗ jahre wieder weggebracht werden. Die Weiden innerhalb des Rheindammes ſind ſchon ſchlechter und haben an einigen Orten nöthig, mit Dungerde überſtreut zu werden; allein aller Dung kömmt dem fetten Letten nicht gleich, den der Rhein auf die äußeren Wieſen abſetzt.— Die hohen Weiden endlich enthalten mehr Sand, welcher vom Rheine vor und nach auf ſie hinge⸗ bracht worden. Das Gras auf dieſen iſt zwar eben ſo ſuͤß und gut, aber nicht ſo rein und fett wie das der niederen Wieſen.
Die Einfriedigung der Wieſen beſteht aus Gräben, Hecken oder einem hölzernen Geländer. Beide erſte ſind ſeltener als letztere. Wenn die Gräͤben das Ueberſetzen des Viehes verhin⸗ dern ſollen, ſo müſſen ſie tief und breit ſeyn. Sind ſie, wie
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