Teil eines Werkes 
Erster Theil: Erster Theil
Entstehung
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Dital ſelbſt

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angegriffen, und ſo lange daran genagt, bis nichts mehr zu nagen übrig iſt. Eine ſo unſelige Wirthſchaft, wie das Vöhde⸗ weſen, mochte, ſo lange das arva per annos mutant, nam superest ager noch galt, wohl beſtehen; ſie mochte ſich ſelbſt ſpäter, als der ager nach dem Verhältniß der Bevölkerung kleiner und kleiner wurde, noch eine Zeitlang mit Nutzen trei⸗ ben, daher auch rechtfertigen laſſen. So lange nämlich die Ur⸗ kraft, woran der Boden ſeit Jahrhunderten geſammelt hatte, indem Waͤlder auf ihm vergingen und Wälder entſtanden, ſo lange, ſage ich, als dieſe Kraft noch vorherrſchte, und den Dung überflüſſig machte, mochte der Boden, nach einer vier⸗ oder ſechsjährigen Benutzung durch den Pflug, noch immer im Stande ſeyn, ſich mit zureichendem Grün zu decken. Es war eine förmliche Dreiſche, welche dem Boden, durch den Abfall des weidenden Viehes und den Rückſtand der graſigten Narbe, beinahe eben ſo viel zurückgab, als die 4 oder 6 erſchöpfende Aerndten davon genommen hatten. Das Sinken ging alſo nur ſo allmaͤhlich vor ſich, daß diejenigen, die daran Schuld hatten, es ſelbſt nicht inne wurden, bis endlich nach dem Verlaufe von mehreren Menſchenaltern die Sache zu Null herabſank.

Die Urſache des Verfalls liegt alſo nicht in dem Wechſel zwiſchen Acker und Weide. Dieſer war eher geeignet, den Bo⸗ den zu erheben als ihn herabzuwürdigen, wie die Holſteiniſche Wirthſchaft es beweist, und wie ſelbſt in Weſtfalen an einigen Orten nicht ohne Vortheil gedreiſcht wird: ſie liegt in der alten Servitut, nach welcher der Eigenthümer des Bodens, nach dem Verlaufe ſeiner Genußjahre, nicht mehr Herr davon iſt, ſondern ihn Andern Preis geben muß. Es bedarf hier wohl keiner Er⸗ klärung, daß der Ackerwirth, wenig um den Vortheil des Vie⸗ hes ſeiner Nachbarn bekümmert, nur nimmt und nichts oder ſehr wenig wiedergibt, und es der Natur allein überläßt, den Nachtheil gut zu machen, den er angerichtet hat. Freilich ſchlaͤgt der Schaden davon auch auf ihn zurück; allein ſein Schaden wäre noch größer, wenn er den Dung ſeinen andern Feldern entzöge, und den Vöhdelanden, die er nicht ohne Grund als Stiefkinder betrachtet, zuwendete. Was er aber mit Dung nicht thut, das ſucht er leider durch Reizmittel zu erzwingen,