Teil eines Werkes 
Erster Band (1819) Lehrbuch der Landwirthschaft. Erster Band
Entstehung
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gültig, weil das eine gegen das andere die Arbeit mehr fördert, und der Ausfall an Koͤrnern bei dem einen größer als bei dem andern iſt.

8. Jene Ernte⸗Methode iſt die vortheilhafteſte, die bei gleicher Vollkommenheit der Verrichtung oder Wirkung am wenigſten Zeit und Kraft erheiſcht.

9. Da man mit der Senſe in einem gegebenen Zeit⸗ raume mit minderer Mühe eine ungleich größere Fläche ab⸗ ſchneidet als mit dem Siget oder mit der Sichel: und da der Ausfall an Körnern beim Schnitt und beim Trockenen des gemähren Getreides gegen das mit der Sichel geſchnit⸗ tene nicht betraͤchtlich größer iſt; ſo gebührt der Senſe vor der Sichel der Vorzug.

In Ländern, wo meiſtens kleine Wirthſchaften, und eine verhältnißmäßig große Bevölkerung iſt, findet man faſt allent⸗ halben die Getreideernte mit der Sichel vollführen, und weil die Arbeit mit. der Sichel die Halmen ordentlicher zuſammen⸗ bringt, die Garben ſchöner au sſehen; ſo hat man oſt gemeint, daß dieſer geringe Gewinnſt die größere Auslage des Schnitters decke, was nie der Fall iſt. Wenn man erwägt, daß man mit der Senſe mittelſt ſehr weniger Menſchen die Ernte voll⸗ führen könne, daß man dadurch weniger abhängig von fremden Arbeitern und Taglöhnern iſt, und daß man hiebei keinen we⸗ ſentlichen anderweitigen Nachtheil erleidet; ſo ſcheint es keinem Zweſfel unterworfen zu ſeyn, daß die Ernte mit der Senſe ſehr weſentliche Vorzüge vor der Sichel habe.

Wir wollen zur Beſtaͤtigung dieſer Behauprung betrach⸗ ten, wie viele Arbeit erfordert wird, wenn daſſelbe Feld auf die eine oder andere Art d6 zeerntet wird.

Thaer rechnet(Rat. Landw. I. Thl. S. 148), daß man mit der Geſtell⸗Senſe, wenn das Getreide in Schwaden gemäht wird, 2 ½ Morgen= 1 Joch 172o abmähen könne. Für das Harken, Binden und Zuſammenſetzen rechnet er, daß eine Weibsperſon 2 Morgen= 1418 no aufräume. Es käme demnach die Arbeit der Ernte eines Joches auf 0,9 Tag⸗ werke eines Mannes, und 1, 12 eines Weibes, zuſammen 2,02 Tagwerke.

Beim Schneiden mit der Sichel nimmt er an, daß eine Perſon im Durchſchnitte einen Morgen,= 709 0 fertig mahen könne. Ein Joch erforderte daher nur 2 ¼ M enſchen, was wider alle Erfahrung iſt.

Der Graf Podewills(Wirthſch. Erfahr. I. Thl. 42)

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