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abzuſchneiden, wenn alle Körner am Stamme hart geworden ſind. Zwar verurſacht die verſchiedene Zeit der Saat wohl auch eine Verſchiedenheit der Zeitigung; die aber beim Wintergetreide ſich oft verwiſcht, weil eine günſtige Lage des Ackers die ſpätere Saat mit der früheren gleich reif macht. Man muß daher faſt immer den Schnitt früher beginnen, ehe noch die Körner trocken geworden ſind.— Beim Rocken verurſacht dieſer frühe Schnitt keinen Schaden, wie ich aus einer großen Anzahl von Verſuchen weiß, die ich alljährlich ſelbſt zu machen Gelegenheit habe: denn die Blätter dieſer Pflanze verdorren früh, und dann ſcheint es, kann die Pflanze abgeſchnitten werden, ohne daß man der fernern Ausbildung der Körner ſchadet. Sie ſind zwar noch weich, allein dieſer Zuſtand rührt nur von dem Ueberfluſſe der in den Gefäßen befindlichen wäſſerigen Flüſſigkeit her; dieſe verdünſtet in der Garbe eben ſowohl, wie am Stängel. Vom Weitzen ſagt Ar⸗ thur Young, daß man ihn wohl zehn Täge früher ſchneiden könne, als ſeine Körner ſonſt vollkommen trocken geworden wären. —»Viele verſtändige Landwirthe behaupten, daß man den Weitzen „mindeſtens zehn Tage früher ſchneiden ſoll, ehe er reif iſt. Dieß »Verfahren iſt wahrſcheinlich ſehr zweckmäßig, wenn man dann „die Garben länger als gewöhnlich am Felde liegen läßt, damit „die Körner darin ausreifen. Der Vortheil iſt eine beſondere „»Zartheit der Körner.«(Farm. Cal. 433). Sollen die Linſen geſchmackvoll ſeyn, ſich leicht ſieden laſſen, und will man nicht den größten Theil der Ernte einbüßen, ſo müſſen ſie gemähet werden, wenn die eine Hälfte der Schötchen noch grün iſt: Eben ſo nachtheilig wäre es, wenn man bei der Hirſe auf das Gelbwerden der Körner in dem untern Theile der Dolde warten wollte; die ſchönſten und ergiebigſten Körner an dem obern Ende würden dann ſchon ausgefallen ſeyn.
6. Die Ernte der Futterpflanzen geſchieht mit der ge⸗ wöhnlichen Senſe. Zur Ernte des Getreides bedient man
ſich aber bald der Senſe, bald der Sichel, und hin
und wieder des Siget's, das ein Mittelding zwiſchen Senſe und Sichel iſt, oder vielmehr beide vereiniget.
Die Erntemaſchinen wollen wir hier bloß nur erwäh⸗ nen, da wir außer der Smit h'ſchen, die man zu Vöſendorf nachmachte, keine andere kennen. Ueber die Wirkung dieſes Werk⸗ zeugs findet man Nachrichten im aten Heft der Verhandl. der k. k. Landw. Geſellſchaft zu Wien. 1818. Uns däucht dies Werkzeug zu wenig allgemein verwendbar, und zu wenig ganz verläßig zu ſeyn, als daß es im Stande ſeyn ſollte die Senſe zu verdrängen.
7. Ob man ſich des einen oder des anderen Werkzeuges zum Abernten der Körnerfrüchte bediene, iſt nicht gleich⸗


