Teil eines Werkes 
Erster Band (1819) Lehrbuch der Landwirthschaft. Erster Band
Entstehung
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den weggebracht, wenn ſie ihre Blätter vollſtändig ent⸗ faltet haben, wie das Kopfkraut; andere wenn ihre Wur⸗ zeln ausgebildet ſind, wie die Rüben, Möhren, Kraut⸗ rüben. Andere werden geerntet zur Zeit ihrer Blüthe, oder kurz nach demſelben, wie die Gräſer und Futterpflanzen, und manche Handelsgewächſe; das Getreide aber und die Oelpflanzen bleiben ſo lange am Acker ſtehen, bis die Körner vollkommen reif geworden ſind.

2. Man erkennt den Zeitpunkt der Ernte dieſer letztern daran, daß die Körner ihre vollkommene Größe erlangt haben, mehr hart als weich ſind, ſich nur ſchwer zer⸗ drücken laſſen, und beim Zerdrücken weder eine milchige

noch wäſſerige Flüſſigkeit zeigen.

3. Bei einigen wenigen Arten dieſer Pflanzen werden alle Körner zugleich reif, wie z. B. bei den grasartigen mit Aehren: Weitzen, Rocken, Gerſte; bei allen anderen Ge⸗ treide⸗ und Oehlpflanzen werden die Körner in demſelben Verhältniſſe nacheinander reif, als ſich die Blüthen allge⸗ mach entwickelten. Ma bemerkt dieß weniger beim Hafer, deutlicher bei der Hirſe, mehr bei den Hülſenſrüchten, und am auſſallendſten beim Buchweitzen. Weniger beim Mohn und Lein, deutlicher bei dem Rübſen und Raps.

5. Die Ernte der ihrer Körner willen gebauten Pflan⸗ zen kann nicht verſchoben werden, bis ſie alle einen gleichen Grad von Zeitigung erlangt haben, weil dann die erſteren⸗

und vollkommenſten darüber ausfielen; ſie muß vorgenom⸗

men werden, wenn der größere Theil derſelben zeitig, der übrige aber in einem ausgebildeten, nur noch nicht vollkom⸗ men trockenen Zuſtande ſich befindet.

Es gilt dieſe Regel ſowohl für das ährentragende Getreide als für die Hülſenfruchte und die Oehlgewächſe. Die Ernte auf großen Wirthſchaften dauert oft mehrere Wochen, und man hat nicht immer ſo viele Menſchen, um jeden Acker nur dann erſt