Teil eines Werkes 
Erster Band (1819) Lehrbuch der Landwirthschaft. Erster Band
Entstehung
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alle Pflanzen dann gleichförmig reifen. Bei den Winterſaaten iſt dieſe Rückſicht weniger wichtig, da ſich dieſe im Herbſte und im folgenden Frühlinge mehr ausgleichen, und immer ziemlich gleichförmig reifen, wenn auch ein Theil der Körner, der tiefer gelegen iſt, ſpäter erſt vorkam. Was das Walzen der Win⸗ terſaaten betrifft, ſo habe ich viele und vieljährige, vergleichende Verſuche damit angeſtellt, aber nie einen bemerklichen Vortheil davon wahrgenommen. Was ſoll auch das Walzen im Herbſte nützen; da der Boden von ſelbſt durch den Regen und Schnee hinlänglich den Winter über zuſammengedrückt wird.

4. Das Fortwachſen der gekeimten Saat iſt in einem ſehr loſen Boden gefährdet, denn wenn lang anhaltende Trockniß eintritt, ſey es Hitze, oder ausdörrender Wind: ſo geht die Feuchtigkeit aus einem ſolchen Boden ganz und gar verloren, und die Saat, die zum Keimen vielleicht noch genug Feuchtigkeit im Boden fand, fängt nun an zu kränkeln, und geht wohl gar, entweder ganz oder zum Theil ein.

5. Wenn wir es auch nicht nothwendig erachteten den lockern Boden zur Beförderung des Keimens zu walzen; ſo ſollte uns dieſe Ruͤckſicht hiezu beſtimmen.

6. Sehr wichtig aber iſt die ſehr ſchwere Walze, wenn es ſich darum handelt, den durch den Winterfroſt aufge⸗ triebenen und zerborſtenen Acker, auf dem die Pflanzen aus der Erde zum Theil herausgezogen liegen, wieder zu⸗ ſammen zu drücken, und die dem Verdorren nahen Pflanzen wieder in eine nähere Verbindung mit dem Boden zu bringen.

Am verderblichſten iſt jene Witterung im Frühlinge, wenn der Boden im Untergrunde noch gefroren iſt, bei Tage in der Oberfläche aufthauet, und Nachts wieder friert. Die Erde wird über der gefrornen Unterlage durch das in der obern Schichte frierende Waſſer aufgehoben, und zerbricht. Die Pflan⸗ zen werden mit aufgehoben, weil aber die Erde bei Tage zum Theil wieder niederſinkt, die Pflanzen aber nicht wieder in die gleiche Lage kommen, ſondern im aufgehobenen Zuſtande liegen hleiben; ſo werden dadurch ihre Wurzeln entblößt, und wenn dann der Nordoſtwind dazu kommt, ſo geht der größte Theil Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Bd. 21