Teil eines Werkes 
Erster Band (1819) Lehrbuch der Landwirthschaft. Erster Band
Entstehung
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Saͤemaſchinen unſere Saaten auf 30 Millionen Joch Ackerland beſtellen.

17. Eine minder vollkommene Lockerung des Getrei⸗ des wird erlangt, wenn man die Pflanzen zu einer Zeit überegt, wenn ſie des Behackens am meiſten bedürfen, und dieſe Operation am leichteſten überſtehen.

18. Bei den Winterſaaten iſt hiezu der Zeitpunkt, wenn ſich die durch den Froſt aufgehobene Erde wieder geſetzt, und die Pflanzen ihre vollkommene Feſtigkeit im Boden durch den Austrieb neuer Wurzeln und Blätter erlangt haben.

19. Sommerſaaten werden dann geegt, wenn ihre Wurzeln ſich ſo weit verbreitet haben, daß ſie die Pflanze in ſo fern im Boden befeſtigen, daß ſie durch die Egge nicht gar zu leicht herausgeriſſen werden.

20. Das Uebereggen der Saaten gewährt dieſelben Vortheile, wie das Behacken, nur ſind ſie minder, weil

auch die Lockerung des Bodens minder vollkommen dadurch

bewirkt werden kann. Die Egge zerſtört viele Pflanzen, die nicht feſt genug eingewurzelt ſind, und man muß daher in dieſer Rückſicht die Saat etwas dicker machen, dafür aber koſtet die ganze Arbeit eine Kleinigkeit; man bedarf keiner koſtbaren beſondern Werkzeuge, und kann ſie durch die ge⸗ wöhnlichen Arbeiter vollführen laſſen.

Das Uebereggen des Winterweitzens im Frühlinge iſt in vielen Gegenden von Deutſchland, England und der Schweiz ſehr üblich; ja es gehört an manchen Orten zur ge⸗ wöhnlichen Kultur: anderswo kennt man es wieder gar nicht, und erſchrickt vor dem Vorſchlage, und meint, es würde dadurch die ganze Saat zerſtört werden. Wir eggen in Kärnten un⸗ ſere Hirſeäcker ein⸗ auch wohl zweimal, und das hält Jedermann für zweckmäßig und nützlich, aber den Rocken und Weitzen, oder die Bohnen und Erbſen zu eggen, fällt Niemanden ein, als wenn dieß ein Verfahren wäre, das nur der einen Pflanze frommte, der anderen aber nachtheilig wäre.

Das Uebereggen iſt von vorzüglichem Nutzen bei dem Win⸗