16. Die Thiere erfordern überhaupt mehr Nahrung, wie die Pflanzen.
Der Wechſel der Materie geht ſchneller und häufiger vor in den Thieren, wie in den Pflanzen.
177. Die Pflanzen ernähren ſich zum Theil von der atmoſphäriſchen Feuchtigkeit.
Es ſaugen die Thiere zwar etwas Feuchtigkeit aus dem Waſſer ein, und der Menſch iſt ſchwerer nach dem Baden als vor demſelben; aber aus der Luft, dem Regen und Thaue ſcheinen ſie kaum bemerklich ernährt zu werden. Die Pflanzen ſaugen aber die Feuchtigkeit des Regens und Thaues, und die mit dem atmoſphäriſchen Waſſer gemiſchte Kohlenſäure ſehr leicht, und in gößerer Menge ein, wodurch ſie einen Theil des Kohlenſtoſſes erhalten, der zur Bildung der organiſchen Materie ſo weſentlich erforderlich iſt. Dadurch erklärt ſich das Wachs⸗ thum der Pflanzen in Gefäſten, in welchen ſich eine beſtimmte Menge Erde befindet, worin ſie eine viel größere Maſſe orga⸗ niſcher Materie erzeugen, als der Abgang des Gewichtes an den Beſtandtheilen der Erde beträgt. Nur dadurch wird es begreif⸗ lich, wie in dürrem Sande und in regenloſen Gegenden viele Kaktus und andere fettblättrige Pflanzen üppig wachſen, und wie die Steinflechten ernährt werden. Werden die Pflanzen aber in einem nahrungsloſen Boden eingeſchloſſen, und erhalten ſie keine andere Feuchtigkeit als reines, kohlenſäurefreies Waſſer, ſo verſchmachten ſie, und leben ein kümmerliches Leben nur ſo lange, als Nahrung im Samenkorne oder in den Wurzeln vor⸗ handen iſt.
DDie verſchiedenen Beobachtungen und Theorien der Na⸗ turforſcher über die Ernährung der Pflanzen findet man am be⸗ ſten zuſammengeſtellt, und mit eigenen ſcharfſinnigen Beobach⸗ tungen und Bemerkungen begleitet in Davy's Elementen der Agrikultur⸗Chemie, überſetzt von Wolff, Berlin 1814.
18. Die Erhaltung und Vermehrung der Thiere hängt in der freien Natur ſowohl als in der Landwirthſchaft von der vorausgehenden Ausbreitung der zu ihrer Ernährung beſtimmten Pflanzen ab- Nur wo ausgebreitete, pflan⸗ zenreiche Weiden ſind, findet man große und viele Thiere: dürre Steppen ſind leblos. So muß auch in der Haushal⸗ tung des Menſchen die Kultur der Weiden, Wieſen und Futterkräuter erſt die Unterhaltung der Thiere begründen,
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