XVI
ren Fruchtbarkeit deſſelben haben wird. Die Erſcheinun⸗ gen in der lebenden oder todten Natur, ſo wie ſie im Betriebe der Landwirthſchaft vorkommen, werden meines Dafürhaltens vortheilhafter für den Schüler an jenen Stellen erklärt, wo ſie zuerſt zur Spra⸗ che kommen, weil er die Nothwendigkeit und den Nutzen dieſer Kenntniſſe ſogleich einſieht, und die Erklärung beſſer begreift, als wenn wir dieſe Lehren früher für ſich und ohne Verband mit der Land⸗ wirthſchaft vortragen. Daß übrigens ſolche Erklä⸗ rungen phyſiſchen, chemiſchen, phyſiologiſchen und pa⸗ thologiſchen Inhaltes mehr Andeutungen als erſchö⸗ pfende Abhandlungen ſeyn werden, bedarf ich wohl nicht zu rechtfertigen, wenn man auf die beſchränkte Zeit eines Jahres für den ganzen Lehrkurs Rück⸗ ſicht nimmt. Die kurze Zeit, die der Menſch dem Studium einer Wiſſenſchaft auf Schulen widmet, reicht bei keiner hin, ihn mit dem ganzen Umfange derſelben bekannt zu machen. Jeder Zweig des menſchlichen Wiſſens hat eine ſolche Tiefe, daß lange Jahre und ein ganzes Menſchenalter darüber vergehen, um eine gründliche Kenntniß, in ſofern ſie möglich iſt, hievon zu erlangen: darum iſt die Schule nur beſtimmt, das jugendliche Gemüth mit den Grundſätzen der Wiſſenſchaften bekannt zu ma⸗ chen und das Licht der Kenntniſſe in ihm zu ent⸗ zünden. Daß der Funke nicht verlöſche, vielmehr zur erleuchtenden Flamme werde, dafür muß Jeder ſelbſt ſorgen, nachdem er in das wirkende Leben eingetreten iſt.
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