1 28 in das Freye, in die Kaͤlte kommen. Dieſes Übeliſt von rheumatiſcher Art, und wird durch das Einreiben von ſtarkem Lagerbranntwein, worin etwas Seife aufgelöſet und erwärmt worden iſt, oder die flüchtige Salbe, öfters leicht gehoben.
Von viel gefahrlicherer Natur, oft ſehr verderblich für die Lämmerzucht, iſt aber die Lähmung, wenn ſolche von einem kränk⸗ lichen Zuſtande der Mutter herrührt, oder, wenn bey ſolchen durch ſchlechte, naſſe Weiden und durch ſaures, ſchlechtes Winterfutter der Grund zu dieſer Krankheit gelegt worden iſt. Sie wüthet oft ſo ſtark, daß der größte Theil der Lämmer zu Grunde geht, wäh⸗ rend die Mütter geſund ſcheinen. Sie befällt gewöhnlich die März⸗ und April⸗Lämmer, ſeltner die im Winter gebörnen, und zwar meiſtens in einem Alter von 14 Tagen. Die Krankheit bricht ſchnell aus, das Lamm wird traurig, ſchleicht umher, kann gewöhnlich in 24 Stunden nicht mehr auf den Vorderfüßen ſtehen, und rurſcht auf den Knien. Oft pflegt auch der Hals ſteif zu werden, ſo daß er ſich verdrehet. Am dritten und vierten Tage liegt das Lamm ſchon wie todt auf der Seite, und bleibt in dieſem Zuſtande oft 14 Tage. Das Lamm hört auf zu ſaufen, Lippen und Zunge werden lahm, und es ſtirbt.
Am beſten iſt es, die Schafe durch zweckmäßige Weide und Winterfutter in eine Lage zu verſetzen, wodurch dem Übel ganz vor⸗ gebeugt wird; denn iſt ſolches einmahl eingetreten, dann iſt die Hülfe ſchwer.
Jeden Morgen iſt dem Lamme 8 Tropfen Schwefelbalſam in einem Theelöffel voll Waſſer einzugeben, und den kranken Thieren in die vier Kniegelenke ein Terpenthinpflaſter oder ein Haarſeil an jedes leidende Bein zu legen. Oder:
1 Loth Schwefelblüthe,
1„ Magneſia,
1„ Hollunderſalſe, mit Waſſer verdünnt, portionweiſe einzugeben; oder: Man bade jedes kranke Lamm 5 bis 10 Minuten lang in ſehr kaltem Waſſer täglich dreymahl die Füße, und gebe den Müttern:


