Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
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ſchieden geſtaltete Bündel, welche ſich größten Theils in Flech⸗ ſen endigen, und mit vielen Rerven, Gefäßen und einer Menge Zellengewebe durchwebt ſind. Die Muskeln und die Nerven dienen den Thieren als Werkzeuge zur wirklichen Bewegung und Empfindung. Die Muskeln beſtehen aus ei⸗ ner Menge in Bündel vereinigter Faſern, welche ſich bey äußern Reizen zuſammenziehen, und dadurch die articulir⸗ ten Gliedmaßen in Bewegung ſetzen.

Flechſen oder Sehnen ſind die elaſtiſchen Theile des thieriſchen Körpers, die mit den Muskeln in Verbin⸗ dung ſtehen. Sie beſtehen aus weißen, glänzenden, innig ver⸗ bundenen Fibern, und ſind von verſchiedener Länge.

Die Nerven ſind der äußern Geſtalt nach den Adern ähnlich, aber nicht hohl, ſondern dicht. Sie beſtehen aus ſehr zarten Fäden, welche durch Zellengewebe zuſammenge⸗ halten werden, und entſpringen theils aus dem Gehirn, theils aus dem Rückenmark. Durch ſie erhält man die auf die Sinne gemachten Eindrücke, und durch ihre Einwirkung ſetzen ſie die Muskeln in Bewegung, indem ſie ſolche zur Thätigkeit reizen. Die Schafe haben im Verhältniß mit andern Thie⸗ ren wenig Nerven, welches denn auch als die wahrſchein⸗ liche Urſache angeſehen wird, daß dieſe Thiere durch keine Ge⸗ waltthätigkeit ſo leicht zum Schreyen gebracht werden können. Es gibt jedoch Fälle, wo ſie durch ihre Stimme den Ausdruck ängſtlicher Empfindungen zu erkennen geben.

Die Knochen ſind die harten Theile des thieriſchen Körpers, die von den Muskeln umgeben und bedeckt ſind, dem Körper ſeine Geſtalt geben, der Bewegung halber durch Ge⸗ lenke verbunden ſind, nach ihrer verſchiedenen Härte und Biegſamkeit entweder Knochen oder Knorpel heißen, und durch die Einwirkung der Nerven und Muskeln in Thätig⸗

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