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veranlaßte mich, die Auflöſung des Schwefelkalks auch bey der Wolle zu verſuchen, aber mit ungünſtigem Erfolge. Denn ſtatt daß dieſelbe hätte weiß werden ſollen, färbte ſie ſich im Gegen⸗ theile ſtrohgelb. Auch verſuchte ich noch eine Zuſammenſetzung, die man zu dieſem Behufe noch nicht anwandte, und deren in kei⸗ nem chemiſchen Handbuche gedacht wird, nähmlich die Auflöſung des Schwefels in der Seife. Dieſe mußte nach der Theorie und Analogie erfolgen, da ſich der Schwefel ſowohl in ätzenden Alka⸗ lien, als auch in Ohlen auflöſet. Ich erhielt auch wirklich eine ſtark gefärbte Flüſſigkeit, die aber nicht, wenigſtens nicht bedeu⸗ tend, nach Schwefel roch, auch auf die Wolle nicht die mindeſte Wirkung hervorbrachte.
Nach Larani's Beobachtungen über die Wirkung des geſchwe⸗ felwaſſerſtofften Waſſers und der ſchweflichten Säure auf einige Pflanzenfarben, beruhet die Wirkung dieſer Stoffe auf einer wirklichen chemiſchen Verbindung derſelben mit den Pigmenten, die durch kräftigere Potenzen wieder aufgehoben werden kann. Er führt unter andern für die ſchweflichte Säure den Beweis an, daß aus der mit Schwefeldampf gebleichten Seide oder Wolle, mittels Schwefel⸗ oder Salzſäure die ſchweflichte Säure wieder
unter einander gemiſcht, und die Miſchung ungefähr eine halbe Stunde in einem eiſernen Keſſel gekocht, indem man ſie von Zeit zu Zeit umrührt. Nach dem Aufwallen wird die Auflöſung des Schwefelkalks klar, und kann nun von dem unaufgelöſten, ſehr beträchtlichen Bodenſatz abgegoſſen werden. Die Flüſſigkeit hat in dieſem Zuſtande beynahe die Farbe des dünnen Weißbieres, iſt aber nicht ſo durchſichtig. Nachher werden noch 16 Gallonen Waſ⸗ ſer auf den Satz gegoſſen, das Ganze wohl unter einander ge⸗ rührt, und dann das Klare abgehellt. Dieß wird mit erſterer Flüſſigkeit vermiſcht, dieſe noch mit 53 Gallonen Waſſer verdünnt, und ſo zum Eintauchen der Leinwand angewendet. Man erhält alſo überhaupt(abgerechnet, was verdampft und in dem Boden⸗ ſatz zurückbleibt) von 4 Pfund Schwefel 60 Gallonen Flüſſigkeit oder Lauge
der 9.
wicht,


