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Wolle gleich zu verpacken, weil ſich die Haare mit dem Fett ſo zuſammen verkleben, daß man die Wolle nicht anders von ein— ander bringen kann, als daß man Vließ für Vließ einzeln behuth⸗ ſam abſondern muß.
Ein und vierzigſtes Capitel.
Vom Bleichen der Wolle, und von der Fähigkeit derſelben, Farben anzunehmen.
656. Im eilften Hefte des Heſperus 1815, herausgegeben von dem verdienſtvollen jetzigen Herrn Hofrath André, in Dien⸗ ſten Sr. Majeſtät des Königs von Würtemberg, kommt S. 410 über dieſe Materie, von dem ruühmlichſt bekannten Herrn Dr. A. H. Meineke, eine äußerſt wichtige Mittheilung vor, wovon ich das Wichtigſte mit einigen Bemerkungen hier anführe.
657. Das Bleichen der Wolle, ſagt Herr Meineke, trieb Herr Vauquelin nicht ſo weit, als es die Wichtigkeit des Gegen— ſtandes erfordert, und ich, ſo wie viele andere mit mir, gewiß es gewünſcht hätten.
658. Doch fand er, daß diemit Seifenwaſſer be⸗ handelte Wolle ſich durch die bisher bekannten und angewendeten Mittel am beſten bleichen ließ.
659. So bleichte die liquide ſchweflichte Säure ſehr gut, zerſtörte aber nicht die gelbe Farbe an den Schamleiſten und un⸗ ter den Achſeln; aber die Wolle erhielt dadurch die Eigenſchaft, zwiſchen den Fingern dasſelbe Geräuſch zu machen, wie die ge⸗ ſchwefelte Seide, und nahm einen ſehr ſtarken, unangenehmen, erſt nach langer Zeit ſich verlierenden Geruch an. Den Dampf des brennenden Schwefels(ein allgemein übliches Verfahren) ver⸗ ſuchte er nicht. Als die vorzüglichſte Bleich-Methode fand er, wenn man die mit Seifenwaſſer gereinigte Wolle auf einen Raſenplatz


