4 Zweite Abhandlung.
artigen Grasleder; nachher ſchien ſie mir, ſo wie Herrn Forſter, eigentlich das Traubenſtaubaftermoos des Linne“ (Byſſus botrijoides Linn.) zu ſeyn; nach genauerer Un⸗ terſuchung aber erkannte ich ſie endlich fuͤr Conferva ceſpi- toſa filis rectis undique diuergentibus Halleri, No. 2114. *) die Linne nicht beſchrieben hat. Folgendes ſind ei⸗ nige Zuͤge aus der Geſchichte dieſer Pflanze.
Ich habe beſtaͤndig wahrgenommen, daß ſie in glaͤſernen cylindriſchen Gefäͤßen, die man ſieben bis acht Zoll hoch mit Waſſer anfuͤllt, und dann der unmittelba⸗ ren Einwirkung der Sonne ausſetzt, zuerſt gegen den Boden zum Vorſchein kommt und ſich da unaufhoͤrlich mehrt. Von da breitet ſie ſich hernach gegen die Seiten des Gefaͤßes aus und uͤberzieht ſie, doch bleibt ſie gegen den Boden des Gefaͤßes zu, immer am dichtſten, und wird, je weiter ſie ſich vom Boden entfernt und aufwaͤrts aus⸗ breitet, immer duͤnner.
Auf ſolche Art habe ich dieſe Pflanze binnen zwey Monaten bis zu einer Hoͤhe von ohngefaͤhr 22½ Zoll vom Boden emporwachſen ſehen, doch iſt ſie an den hoͤchſten Stellen, die ſie erreicht, ſehr durchſichtig; dagegen der Ueberzug, den ſie macht, immer dichter und dicker wird, je naͤher er dem Boden des Geſchirres koͤmmt.
In flachen Geſchirren, als wie Unterſetzſchaalen, uͤberzieht dieſes Vegetabile die ganze Oberflaͤche, aber doch nicht weiter, als das Waſſer geht, das darinn iſt. Er⸗ haͤlt man dieſes beſtaͤndig in der naͤmlichen Hoͤhe, ſo kommen auch die Grasleder nicht hoͤher zum Vorſchein, als etwa zwey bis drey Linien uͤber der beſtaͤndigen Ober⸗
aͤche des Waſſers. f Beim
*) In der Recenſion dieſes Werks des Herrn Sennebier in den Goͤtt gel. Anzeigen 1783. 5 St. wird erinnert, daß ob⸗ gedachte Pflanze von ihrer botaniſchen Seite unter 2089(gez wiß nicht 214) vom Herrn von Zaller Leeſeheeben worden. eberſ.
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