Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1785)
Entstehung
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Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsc. 5

Beim Beobachten dieſer und verſchiedener andrer Erſcheinungen, die ich beſchreiben werde, muß man Sor⸗ ge tragen, daß man das Waſſer in der groͤßten Ruhe er⸗ halte, und die Natur dieſes Vegetabils nicht ſtoͤre, wenn

man, um das verdunſtete Waſſer zu erſetzen, unbehut⸗

ſam neues nachgießt. Beobachtet man aber dieſe Vor⸗ ſicht, ſo wird man wahrnehmen, daß das Waſſer, wor⸗ in dergleichen Grasleder wachſen, immer ſeine Durch⸗ ſichtigkeit und Reinheit behaͤlt, wie man ſich hiervon mit⸗ telſt der Loupe und ſogar ſtarker Linſen uͤberzeugen kann, und wie man dies auch in Waſſern, worin die groͤßern Grasleder wachſen, gewahr wird.

Dieſe Pflanze entſteht und vegetirt, wie die andern Gallerten(Tremiella Linn. La Tremelle) im Waſſer. Sie ſetzt ſich in ihrer natuͤrlichen Lage gern in kleinen Klumpen an die Waͤnde der Gefaͤße an, und zwar auf die kleinern Erhoͤhungen, die ſie da vorſindet, oder auch auf die kleinen Koͤrperchen, die etwa auf dem Boden vorhan⸗ den ſind. Rauheve Oberflaͤchen liebt ſie am meiſten, und auf ſolchen ſcheint ſie beſtaͤndig wiederum die aller⸗ rauheſten Stellen am erſten zu uͤberziehen.

Dieſe Flecken ſind bei ihrer Entſtehung ungemein klein. Es ſind nur Punkte, die man blos mittelſt der ſtarkſten Linſe entdecken kann. Aber allmaͤhlig breitet ſich ein ſolcher Punkt aus und bildet einen beinahe runden und gruͤnen Flecken. Solche Flecken ſind von einer gewiſſen Dicke, und ihr Mittelpunkt hat eine ſehr dunkelgruͤne Farbe, die aber immer lichter wird, je naͤher ſie dem Ran⸗ de koͤmmt, bis ſie endlich da ganz ins Weiſſe uͤbergeht, welches man durch eine ſtarke Loupe ſehen kann, und auch an andern Pflanzen von dieſer Gattung ſo wahr⸗ nimmt. Indem nun dieſe Flecken ſich einander mehr oder weniger naͤhern, bilden ſie den gruͤnen Ueberzug, der die Oerter, wo dieſe Pflanzen wachſen, bedeckt.

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