Vom Einfluße des Sonnenlichtsꝛc. 9
unter ſie zu laſſen, aus dem Gefaͤße mit Waſſer, wor⸗ in ſie gefuͤllt wurde, heraus, nachdem ich ſie in beſag⸗ tem Gefaͤße auf eine mit Waſſer angefuͤllte Unterſetz⸗ ſchaale vest habe, und ſetze ſie ſo in die Sonne, wor⸗ auf man beinahe augenbliklich eine große Menge Luft⸗ blaſen zum Vorſchein kommen ſieht: dies geſchieht auf beiden Flaͤchen des Blatts, wenn es von einer krautar⸗ tigen Pflanze(plante herbacée) iſt und inſonderheit auf der untern, wenn es ein Baumblatt oder von einem Strauch iſt. Dieſe Luftblaſen loͤſen ſich bald leichter, bald ſchwerer vom Blatte ab und ſteigen in der Glocke oder in der Roͤhre, in welche meine Glocken auslauf⸗ fen, in die Hoͤhe. Schon Herr Bonner, dem nichts entwiſcht, nahm dieſe Erſcheinung wahr. Er hat im IIten Abſchnitte ſeiner KRecherches ſur ſes feuilles dar⸗ uͤber Betrachtungen angeſtellt und dieſe ſonderbare That⸗ ſache umſtaͤndlich mit aller moͤglichen Genauggkeit be⸗ ſchrieben.
Dieſe Anfangs ſo ganz einfach ſcheinende Erſchei⸗ nung iſt verwickelter, als man ſich vorſtellt; was iſt aber einfach in der Natur? Greiffen nicht alle Glieder dieſer Kette in einander? Vermag man eins vollkommen zu kennen, ohne die daranhaͤngenden eben ſo zu kennen? Die Betrachtung dieſer jezt beſchriebenen Erſcheinung hat mich zu folgenden drei allgemeinen und voelänſigen Fragen veranlaßt:
1) Haͤngt die Luft, welche vegetirende Blaͤtter, die unterm Waſſer der Sonne ausgeſezt ſind, erzeugen, an der Oberflaͤche der Blaͤtter und loͤßt ſie ſich blos durch die Einwirkung der Sonne auf ſie, von ihnen ab?
2) Wird dieſe Luft, welche die vegetirenden, der Sonne unterm Waſſer ausgeſetzten Blaͤtter hervor⸗ bringen, durch die Luft aus dem Waſſer, die in das Blatt tritt, erzeugt, und die nachher davongeht, oder ruͤhrt ſie urſpruͤnglich aus dem Blatte her?
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