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5* von dem Herrn Grafen von Soden zur Begruͤndung einer National-Oekonomiekunde aufgeſtellte Grundſatz:
„Strebe darnach, um ſowohl deinem Geiſte als deinem
„Koͤrper den hoͤchſt moͤglichen Grad von Vollkommenheit
„zu verſchaffen,“ iſt, ſo weit ich's einſehe, ein categoriſcher Imperativ, wel— chen die praktiſche Vernunft gebietet. Er iſt eben ſo, wie der Imperativ:
„halte alle Vertraͤge,“ ein Poſtulat der Vernunft, welches gar nicht weiter erwieſen werden kann, und welches ich wenigſtens nicht weiter zu er— weiſen vermag. Jener Grundſatz ſetzt eine Maxime voraus, welche als ein allgemeines Geſetz fuͤr alle Menſchen gelten kann. Er ſcheint mir aber, ſo wie er dort ſtehet, blos ethiſch und nicht rechtlich zu ſeyn, blos dem Gewiſſen, nicht dem Foro anzugehoͤren. Denn Jeder muß es ohne wei—⸗ tere Deduction einſehen: daß Keinem die Befugniß zuſtehen koͤnne, irgend Jemanden, der einen freien Willen hat, zu zwingen, daß er ſich vervollkommnen, oder nur nach Ver⸗ vollkommnung ſtreben ſolle, und umgekehrt kann ich von Niemanden gezwungen werden, mich zu vervollkommnen. Hier wuͤrde aller aͤußerer Zwang ſehr am unrechten Orte an— gewandt ſeyn, indem es keiner Macht moͤglich iſt, dem, der den feſten Vorſatz faßt, ſich nicht zu vervollkommnen, dazu 3


